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Samstag, 28. Januar 2012

... sagena - gebena - nehmena



Ich danke dem Bild-Autor Jürgen Schuschke für die Aufnahme zum 300. Geburtstag Friedrich II. am 24. Januar 2012; bei Wikipedia eingestellt.



Wira nehmena und gebena und sagena dasa aucha.


Ein Kinderspiel? Oh, eine Kindersprache?

Da möchte ich möchte genauer zitieren:

„Wir sagena Deutsch, wir gebena Latein, wir nehmena Französisch»??


Ich gebe zu, ich habena getana das Original veränderta {mit den ver-a-ten Verben!], es aber nicht im eigentlichen, wörtlichen Sinne gegebena (ach: verfälscht); ich habena es nur genommena und um ein Pers. Pron. und zwei Nomima als Objekt-Akkusative klanglich "be-reichert“!

Französisch hört sich das, pardon: liest sich das Original so:

„Nous avons, de plus, quantité de verbes auxiliaires et actifs dont les dernières syllabes sont sourdes et désagréables, comme sagen, geben, nehmen: mettez un a au bout de ces terminaisons, et faites-en sagena, gebena, nehmena, et ces sons flatteront l'oreille. Mais je sais aussi que, quand même l'Empereur, avec ses huit électeurs, dans une diète solennelle de l'Empire, donnerait une loi pour qu'on prononçât ainsi, les sectateurs zélés du tudesque se moqueraient d'eux, et crieraient partout en beau latin : Caesar non est super grammaticos; et le peuple, qui décide des langues en tout pays, continuerait à prononcer sagen et geben, comme de coutume."

Zuerst das französisch Verbrochene in übersetztem Deutsch: (Bitte, sehr, es klingt so süß, so „flatteront l'oreille“.

„Auch haben wir viel Tätigkeits- und Hilfszeitwörter, deren letzte Silbe stumm und unschön ist, wie s a g e n, g e b e n, n e h m e n. Man füge diesen Endungen ein a hinzu und bilde daraus sagena, gebena, nehmena.“

Und, bitte, wer (vernehmena ich gesprochena)?

Das verbrach eine dreihundert-jährige, vom Bundes-Wulff gelobte Koryphäe urpreußischen Adels (wenn auch nicht Edeltums); zugegeben der französischen Sprache; aber er, der Friedericus Rex, ließ es auch ins Deutsche übersetzen; im seligen Jahre 1780 und die Kenntnisse, gegebena in Sprachgeschichte und deutscher Literatur nahmena nicht zua, pardon: zu [das ist ja ein klangvoller Vokal]: „Über die deutsche Literatur. Die Mängel, die man ihr vorwerfen kann, ihre Ursachen und die Mittel zu ihrer Verbesserung“ (1780)

Bei Guttenberg.spiegel.de übersetzt, im Kontext:

„Es wird schwer sein, die harten Laute zu mildern, an denen unsere meisten Worte reich sind. Die Vokale schmeicheln dem Ohr. Zu viele Konsonanten hintereinander verletzen es, da sie schwer auszusprechen sind und keinen Wohllaut haben. Auch haben wir viele Tätigkeits- und Hilfszeitwörter, deren letzte Silbe stumm und unschön ist, wie sagen, geben, nehmen. Man füge diesen Endungen ein a hinzu und bilde daraus sagena, gebena, nehmena: diese Laute tun dem Ohre wohl (…)“; eben „flatteront l'oreille“. [Lesen Sie auch bitte dort die Fortsetzung, die gedankliche Einschränkung seiner Sprachfeld-Phantasien.]

Ja, ach: jau, das ist sinn-lich, pardon : -voll genug.

Er beschrieb seine Gedankenexperimente auch weiter; s. ebendort.

Ich gebena nocha Literatura-Taschenbucha ana:
Fredericua Secunda Magnusa.
Also: F. d. G.: Ausgewählte Schriften. Hg. v. Ulrike-Christine Sander. Ffm 2012: Fitabu 90370 [Zitat S. S. 232] (Übrigens mit Gedichten seiner Majestät.)
(Mit gutem sprachgeschichtlichem Kommentar von Prof. Dr. Hermann Korte, ebwndort S. 332f. – Es ist nachweisbar, dass Friedricha dera Großa keinerlei Kenntnisse von deutscher Literatur hatte, die nach 1760 erschienen war. Das war ihm alles zu aufklärerisch gewesen. Was Aufkehrung, pardon: Aufklärung – oder Fasson, pardon: Façon war – das bestimmte er und nicht z. B. Lessings Toleranz: Der "Nathan" erschien noch zu Lebzeiten des Friedericus, 1779.)
Nein, in den Katalog der Sternstunden deutscher Sprache gehört Friedericus REX nicht; er sprach nicht einmal ein fehlerfreies gehobenes Deutsch;

Nathan (1779 veröffentlicht) mit diesem Versprechen:

Introite nam et h(e)ic Dii sunt.”

Dieses wahrhaft königlich frei-religiöse Motto, deutsch: "Tretet ein, denn auch hier sind Götter“ (bei Gellius nachzulesen), war eine Ansage an friederizianisch-großtuerische Toleranz-Groß-Versprechungen und sie zu verfolgen, ist eine eigene aufklärerische Arbeit:


Weiterhin friederizianische Sprachheiligtümer:

“Caesar non est super grammaticos. »

Immerhin nur e i n Sprachfehler von fünf lateinischen Vokabeln. – Demnächst in hoc loco. Aber besser zu finden unter “Caesar non est supra grammaticos.”

... ergo in actu...

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