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Montag, 11. April 2016

Auf Wahrheitssuche im Collegium Aureum

Vorabdruck zu meinem Essay Feuerreiter & Mehr
Auch er  ein Feuerreiter, ein Brandstifter (ein ideeller), ein Wahrheitssucher:


Paul Ingendaay –

er schrieb geistig und sprachlich mutig Warum du mich verlassen hast, den Roman über die eigene internatsgesteuerte VerGangenheit als Gaesdoncker Schüler; er wäre ja zu Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Brüderlichkeit etc. verpflichtet gewesen, als homo empathicus: Er erzählt responsaliter in motu <stellvertretend> von dem Schüler Marko Theunissen, 15 J.; er besucht schon seit fünf Jahren ein katholisches Jungeninternat Collegium Aureum, er erfährt, erlebt mit die endzeitlichen Tage des Priesters - und den Suizid des Lehrers, der Bruder Gregor genannt wird.

 

Ja es gab ihn, den Suizidanten, der die geistige Ideenwirrnis, die groteske Geschmacklosigkeit beging, in Hör- und Rufheit, quasi: -weite der Internatler - seiner Jungs - in seiner zweizimmrigen Präfektenherrlichkeit einen dekorativen Suizid zu begehen; und die Internats- und Schulleitung (zwei ehr&würdige Herren, ein Doctor philosophiae, und ein ehrenwerter Direktor – fachlich präsent in Mathematik, Physik und Philosophie -, verbreiteten das Gerücht, nein, die bishcöfliche Wahrheit, der beliebte, berühmte Erzieher, der weise klassisch gebildete ad suicidalem philologisch versierte Lehrer sei einem 'Herzversagen' erlegen1.

                                                           © Reyntjes 2007



So gestaltete man an einer Backsteinwand im Quadrum auf der Gaesdonck ein ehrendes Andenken dem Erzieher Gregor Willing - nach mehr als 30 Jahren, nachdem Paul Ingendaay seinen Internatsroman „Warum du mich verlassen hast“ 2006 veröffentlicht hatte.

Raimund Samson berichtete über den Bruder Gregor1. - Gratulor!
Zu empfehlen:
Leseprobe zur dtv-Ausgabe des Romans! 1

 

Orate! - Colligete et legete!

Dass kirchen-katastrophisch sich nach einer Generation ein momenetum zeigt, sich ein Erinnerungsmal regt und ein Versuch der memoria pflegt - dass ein ex-discipulus sich anschickt und andere darauf aufmerksam macht, dass ein Gedenken fällig sei ... - ein normaler Ablauf für Unsagbar-Wortloses hinter Kirchenmauern.

Hier zeigt sich das Collegium Auguistinianum, kurz Gaesdonck genannt (lieblich umrahmt von der unnachsichtlich-geduldigen niederrheinischen Natur, jedenfalls in der Optik):

 

1 Genaueres erkennt man es auch auf der 'Gedenkseite des Bistums Münster' im 'Direktorium für den 19.05.2013' nicht: http://www.bistum-muenster.de/index.php?cat_id=15206&selected=20130519 – Vgl. auch:' Zum Gedenken an Gregor Willing (Necrolog)'. In: Gaesdoncker Blätter 31,69/70; 1978.

Montag, 16. November 2015

NachRichten zu Mama-Kind-Opa

                                                                  Pyramidales Ferienerlebnis eines Eltern-
                                                                  paares (1994), nachdem die Kinder ihrer 
                                                                  eigenen ferialen Wege gingen...



Schon 1994 entdeckt .. von geldbesoffenen Insinu-, pardon: -stitutionen: Bundespost, UNO, Familien-UnRäten -


Familichkeiten



Das Unsere - die Werte im Westen -




Familie, Liebe, Nation oder schon Europa (bessser: Europäismus) – Güte – Stadt- Kathedralen... - achja, die Christlichkeit - ach: den abendländisch-christlich-jüdischen Komplex.



Ich schaue nach Familiensinnigkeiten:





Baby, Opa, Mama + dem neuen Chef!








Zeichendenker: Matthias Kiefel – viele Cartoons zeugen von seinen FAMILIEN-Interessen.
http://www.kiefel-cartoon.de/




Ich betracht den gezeichneten, sabbernden Dement-Opa-Kopp als Beitrag zum abendländischen Familien-Sozialisationstheorem. Den beste Rückgriff auf die 1. literarisch-wahrhafteFamilienbeschreibung lieferte bisher der aber-kluge Tucholsky:


Die hilfesuchende Kleinfamilie: Mama, Kind – Opa – dass der Vatta noch da sein muss als Zögling, als Pflegling, als Zeugling, als Sozling - ist nicht mehr wichtig, nicht belangreich.



Je mehr das Frauliche selbstständig und erfüllter (d. i. emanzipierter) sein will, desto mehr Hilfe braucht ist.



Ich betracht den Dement-Opa-Baby-Mama-Arbeitsling-Cartoon als Beitrag zu diversen Familien-Sozialisationstheorien.

Er, der Cartoon, ist der beste Rückgriff auf die 1. literarisch-wahrhafteFamilienbeschreibung liefert der aber-kluge Tucholsky:



Wer noch weiter zurückgreifen will auf Familien-Desater-Strukturen, findet sie am prägnantesten in Gottfried Kellers Romeo und Julia auf dem Dorfe – hier in einer Analyse, der Darstellung noch verbessert werden muss, inhaltich ist sie aber okay:




Über den näheren lit-wiss. Zusammenhang hier






Schriftliches!
Ab – zum Lesen, zum Wesen - zu den & zum deutschen WERTEN:





Kurt Tucholsky:
 

DAS ELTERNHAUS
Ich habe Ihnen das Giraffenhaus gezeigt», sagte unser Führer, „und das Raubtierhaus und das Vogelhaus   wir kommen nun zu dem Elternhaus!“
Lärm empfing uns. Wir traten an das erste Gitter.
«Sie sehen hier», sagte der Führer, «die gemeinen Hauseltern (parentes communes domestici). Sie sind weit verbreitet, harmlos und verderben alle ihre Eigenschaften.»

Hinter dem Gitter saßen an einem Tisch Vater und Mutter …

... und rein-heiter-weiter:



http://www.textlog.de/tucholsky-das-elte..(Peter Panter. In: Berliner Tageblatt, 15.03.1919, Nr. 108)

Oh – nach-zu-lesen zu allen Familien in Germanien anno 1919, nach dem vorigen und vor dem nächsten Krieg.
 

Was Tucho und/oder Keller von "Familie" wussten, kann ich gar nicht alles an-, ana- oder verlysieren.



Ad finem, ad familiam:



Oh Graus: FAMILIE – macht Werbung:




Und so trommelt Gottfreid Keller … für Familey, Vaeterland?

Nein!


... als Freischärler, aquarellierte Bleistiftzeichnung von Johannes Ruff, 1845



«Wie eine wohlorganisirte Freischaar ausziehen that». Karikatur von Gottfried Keller als Tambour der Zürcher Freischärler. Die Karikatur nimmt Bezug auf seine Teilnahme an den Freischarenzügen von 1844 und 1855. Aquarell von Johannes Ruff, 1845, 17 x 15,5 cm


Aber, er hätt' genügend Väter in seiner Freischar... - äh, die Väter wurden.


Oh – nach-zu-lesen bei einigen Familien in Seldwyla:

Der Familienstreit auf dem Höhepunkt, auf einer Brücke, die nicht einstürzte (Keller hat ja keinen Kitsch gschrieben, aber alle Wut ob familiam hineingschreibn in dn abendländischen Romeo&Julia-Komplex):


< "Auf dem schmalen Sgeg", Holzschnitt von Ernst Würtenberger, 1919 >



Auf diesen Schweinling, den schreibenden, verweis ich traut- und tunlichst:

Gofid Letterkerl


                                                                   Nachsinnen eines Vaters ob vergangener 
                                                                   Familienferien à la Sommer 1976....

Mittwoch, 4. November 2015

Schreiben des Herrn Baron James de Rothschild





- Hilfe aus dem historischen Off -







Paris 19 Ocbre 1847

Lieber Herr Wulff

Wie Sie es aus dem Berichte, welchen die Französische Regierung ausgestellt hat, werden Sie ersehen haben, wird ein Anlehen von 250 Millionen Franken im Laufe des nächsten Monats zu Stande gebracht. Da Sie, lieber Herr Wulff, in ähnlichen Fällen an großen von unserem Hause mit der Regierung gepflogenen Geschäften Antheil genommen haben, so richte ich gern einige Zeilen an Sie um es Ihnen mitzutheilen daß es unsere Absicht ist, auf dem Geschäfte zu reflektiren. Sollte es Ihnen also angenehm seyn daran auch interessirt zu werden, so bitten wir Ihre Aufträge uns zukommen zu lassen. Sie können versichert seyn, daß Sie als Freund und auf dem günstigsten Fuße von uns behandelt werden.
Unsere Bankcommission beschränken wir auf ½ % des nominal Werths.

Ihrer gefälligen Antwort entgegensehend zeichne Ich, lieber Herr Wulff ganz

Ergebenst

Bn J de Rothschild
- via Heinrich Heine >

Sonntag, 8. Februar 2015

G a e s d o n c k e n-ses



Vom uralt-vergangenen Sonntag – dem Klosterjubiläum:



Zwei Erfahrungen…?




„Concrescentes Arbores Gaesdonckenses“ - ein Abi-Motto aus dem Jahre 2013:




Meine schicksalsfreie Meinung zu den Gaesdonckesia - den 1000 Voll-Gaesdonckern und den 3000 Teilzeit-Gaesdonckern?


Ich finde es erfreulich, dass auch die verlorenen Söhne (ob unter Schülern oder Lehrern oder Geistlichen) angesprochen werden. Her van de Linde war immer in Gesprächen offen für solche Haus-Schicksale und hat mir auch bei der Suche geholfen. Er kennt fast alle Namen und Schicksale (was ich noch nie bei den Geistlichen angetroffen habe; die immer sortiert haben nach „gut „oder nicht-gut“).

Die Namensliste kommt m i r komisch vor: Keiner hat mir bleibend geholfen: Geistliche rund Oberstudien-Ratlos P. hat nachts, bei raschelnden Onaniegeräuschen, die Tür leise geöffnet – und wohl zehn Minuten lang auf Regungen gewartet. Schülern (ausgesuchten!) hat er gegen eine Flasche Schnaps, vor der Latein- oder Griechischarbeit geholfen (und das wussten andere Lehrer und Präfekten); über andere Lehrer hat er seine dumm-parodistischen Sprüche und Gehässigkeiten abgelassen (besonders über Dr. Oppa), aber das musste man verschweigen; Hr. H. hat mir – nach dem Tod von Baumeister (den niemand Dr. R.-B.) seinen Leidensdruck ausgeschüttet- und habe routiniert mit den Variablen der Gesprächstherapie, die ich als Beratungslehrer gelernt habe, zugehört; aha, soso; dass Baumeister mich geschasst hatte, wusste H., sonst aber nix; z.B. nicht, wer mich wohl wg. Grass „Blechtrommel“ verpfiffen hatte…; ja, er nennt, glucksend seine Lieblinge...

Amen, da lebt ja noch einiges.




Paul Ingendaay: Warum du mich verlassen hast. Schirmer-Graf, München 2006. als TB dtv 2007, (Niederländisch): De langste zondag van mijn leven. Übers. W. Hansen. Podium, Amsterdam 2007

Ingendaays Gesdonck-Roman, hier in einer guten Rezension.


Aber ein Unrechtssystem, wie Ingendaay es beschrieben („Sie predigen Liebe; aber können sie nicht zeigen“ – und der Zitate-Kasper Prof. Ae. n i c h t zitiert hat, war und wird eine solche abhängige Internatseinrichtung immer bleiben: eine totale Institution, die keine privaten Regungen und Interessen zulassen will, die sie alle und alles kontrollieren kann. Also wird Gemeinschaft verordnet!



Der Roman, in der dtv-Ausgabe:




Ich habe von diesen genannten Herren des Internats niemanden auf meiner privaten Erinnerungstafel. Dort stehen im Gegensatz Namen wie G., D., de W.; und besonders Erinnerungen an H. und L., deren Einfluss, obwohl sie absolut aus dem Internat fern gehalten wurden, in meine Interessen, in mein Zimmerchen und in meine Bücherauswahl hinein reichten.

Ja, an Literatur durfte man/männchen sich delektieren, wenn man sie versteckt hielt. Und nicht auslieh.



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Meine andere neue Erfahrung?

In Uedem „haust“ neuerdings die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“, mit perfektem Angebot, an Bewirtschaftung, an Kirchlichkeit, Teilhabe an „Medjugorje“, an freundlichem Frage-Antwort-Stündchen und Frömmigkeit, das besonders Frauen das Geld – freiwillig aus den Taschen lockt.

Sie geben sich katholisch, angeblich mit apostolischer Sukzession aus dem Französischen. Sie bieten ein Konzept der einfachen Lebensgemeinschaften, mit Marienkult, Jungfrauengläubigkeit, einem heftigem Kisch-, pardon: Kuschelangebot; und der Übernahme von jüdischen Eigenheiten (z.B. Schabbat-Feier ab Freitag, bei Dämmerungseinbruch).






„Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren." – Voltaire. Eine Insel-Haft währet bis aller Tage Abend.