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Mittwoch, 18. Januar 2012

„... mit stalkerhafter Hartnäckigkeit“






Ein Sprach-vorfall:



„.... mit stalkerhafter Hartnäckigkeit!“





Also: stalken - ein Verb!





Kein "gschamigs" - nein ein gebrauchs- und geschäftstüchtiges Verb!

Ein schwaches Verb, sagt der Sprachwissenschaftler.

Ja, weil es ein Lehnwort ist, ein modernes, ein schon volkstümlich gebräuchliches: Da darf keine Ablaute mehr geben: Die Verständlichkeit der Buchstabenfolge, der Markt wert und die Polizeigängigkeit wären dahin: *gestilkt, *gestolken? Pfui! Mann und Weib muss doch schließlich seiner Sprache vertrauen können. Da könnte ja jeder Stalker kommen -
Also: Ich werde gestalkt, ich stalkte, ich habe gestalkt. Wir sind einer Stalker-Gesellschaft. Jeder drängend pürschende Advocaten-, Arzt- oder Furzknoten, jeder Pirschling, fühlt sich wie in einem TV-Film… - und (b)rennt sich in eine Rolle ein: Männlein, wie Weiblein (unausgegoren; jeder Stalkende lügt nämlich über jedes Detail ihrer Zwangsmaßnahmen; sie betreiben ein Geschäft, für das sie nicht verantwortlich sein wollen. Außer mit der Reißer-Vokabel: Liebe! „Ich liebe sie (doch)!“ Und die stalkenden Weiblein verkümmern an der Liebe zu ihrem Helden, ihrem Star…; aber sie sind aktivstalkwütig.

Ich weiß. Ich schreibe hier „Stalkerhaftes“.

Aber draußen gibt Stalker, Stalker-Berater, Stalking-Städte, Stalkergames, Stalkereien 8aber bitte nicht abwertend verwenden!), es gibt Stalker-Unterstellungen…


Duden-Auskunft:

Welche Wortarten oder –formen fehlen noch? Stalkbar, stalklich; Stalkerei, Stalkum (für umständlich aussprechbares Stalkertum), Haupstalkum, Nebenstalkum, Offizialstalking?

Ach, wer mag, kann der Begriffsgeschichte nachpirschen; er ist da auf gewohntem Pfad:

Ja, Wikipedia ist tüchtig in solch aktuell-politisch-polizeilichem Getümmel: hier die psychologische Einteilung der Täter:

„Die australischen Wissenschaftler Mullen, Pathe und Purcell teilen die Stalker in sechs Gruppen ein, ausgehend von deren Motivation und Beziehungsverhältnis (…)“
Ich fand in einem „Kompetenzforum“ eine ausgerufene „stalkerhafte Hartnäckigkeit“ -
Der Nachweis: Da stalkt einer, mit stalkendem Getue!

Gestalkt, pardon: gegoogelt:
„Etwas hilflos drohte ich mit der Polizei, um anschließend entnervt aufzulegen. Auch anhand dieses Beispiels habe ich gemerkt, dass da argumentativ nichts auszurichten ist, denn sobald ein Kontakt zwischen Stalker und Gestalktem hergestellt ist, fühlt sich ersterer in seinem Tun noch mehr bestätigt, egal wie abweisend und negativ die Antwort auch ist. Erledigt haben sich Gott sei Dank die Bemühungen zweier Stalker-Ladies, die sind nämlich noch um einiges derber gewesen als die der männlichen Kollegen.“
Die Kolumne von Markus Kavka
Stalking
Neues vom Überfan. Da ist einer, der glaubt, ich würde meine Sendungen nur für ihn machen. Und einer ruft mich immer im Büro an. Ich könnte die beiden anzeigen. Doch soll ich? [Ssso was findet sich in de ZEIT; in einer versteckten Ecke.]
http://zuender.zeit.de/kavka_dir/2007/kavka-11-stalking
Was für Funde. Alle Zeitungen sind voll von „Stalkern“ usw.:
„Ein Magazin hat Polizeidaten zum Stalking veröffentlicht. In Köln gibt es demnach die meisten Fälle. München liegt nicht in der Top Ten, und eine weitere bayerische Stadt macht es den Liebeskranken strukturell schon besonders schwer. (…)“
Ich muss ergänzen, ich wohne nicht in Köln, der bundesdeutschen Hauptstadt des Stalkens:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/statistik-ueber-stalker-koeln-ist-hauptstadt-der-kranken-herzen-1.1254691
Na, prima! „Der Stalking-Experte Hans-Georg Voß nannte das Ergebnis wenig überraschend. "Die Anzahl der Stalking-Fälle ist strukturabhängig", unterstrich der Leiter der Arbeitsgruppe Stalking an der Technischen Universität Hamburg. "In Nürnberg zum Beispiel herrscht Kleinstadtflair: Das Gefühl, dass jeder jeden kennt, sorgt im Vergleich zu Köln allgemein für eine niedrige Kriminalitätsrate." - Und welches Flair tut hier mal so fein-putzig-kleinstädtisch herrschen? Pah: Volle Stalker-Pauer!
Mich stalkt grade eine Fliege! Die erste dieses Frühjahrs, das noch als Winter herrscht. Auch so ein Stalker, dieser nichtnutzig milde Winterputzling! (Oder-finsterling!? –Klingt besser für eine Anzeige! Los! Kann ich die Polizei ansimsen. Ist das nicht vielleicht Stalking? – Na,ich warte ab, was morgen im Netzbriefkasten finde.)
Köln ist dem Magazin „Men´s Health“ zufolge die Hauptstadt der Stalker in Deutschland. Wer keine Lust auf Nachstellungen hat sollte demnach am besten nach Nürnberg ziehen.
...
Endlich, die volle IT-Wahrheit:
„Stalking-Statistik: Köln ist die Hauptstadt der Stalker - weiter lesen auf FOCUS Online“...

http://www.focus.de/panorama/welt/stalking-statistik-koeln-ist-die-hauptstadt-der-stalker_aid_701183.html

Dudengerecht: Im Alphabet vor Stalking findet sich das: Stalinismus, Stalinist, Stalinistin, stalinistisch, Stalinorgel“. – So ein Beschiss, pardon: Beschuss hält natürlich kein Wort aus.
Das muss sich wucherhaft verbreiten…

Es gibt, auch heute noch, ein öffentliches Stalking, das nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert, ja, aller Ehren wert ist:

"Vada a bordo, cazzo!" - "Geh an Bord, verdammt!" (aus den italienischen Problemfeldern: Kultur, Kapital, K-, pardon: Costa Concordia!

Oder, als T-Shirt-Aufdruck:
„Wir sind alle Wulffskinder!“

Alterantiv:
„Ich will auch ins Wulffsrudel!“

Ach, was!
Stoppt das Stalken des Stalkens.

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