Sehr elegant, coitus a manu feminae. [Ex Pompeii.]
Sprachliches fach-sprachlich untersuchen: * Literatur; lustige, listige Wörter; WörterLISTEN, * Erzählungen * Wörterinformationen: Nomen,Adjektive und andere Worte und Wörter und * SprachFORMEN aller Art und Un-Arten *... WÖRTEREIEN und *... W O R T - M E L D U N G E N jeder Art und Un-Art
Sonntag, 31. Dezember 2023
Samstag, 30. Dezember 2023
F r a g e des Jahres: 2 0 2 3
Die Frage des Jahres <2023> habe ich hier erfahren:
Kirche in WDR 2 | 28.12.2023 05:55 Uhr |
Laura Kadur:
Wer war froh, dass es dich gab?
[…] Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob man so einen Fragenmarathon über sich ergehen lassen muss, wenn man stirbt.
Aber die Frage dieses Stammes ist doch wirklich spannend: Wie viele Menschen sind glücklich, dass du gelebt hast? Wer fällt Ihnen da ein? Wer ist froh, dass Sie auf dieser Welt sind? Und umgekehrt: Ohne wen können Sie sich das Leben so gar nicht vorstellen? Mich motiviert dieser Satz. Und ich habe mir vorgenommen, dass ich zum Ende dieses Jahres den Menschen, die mir am Herzen liegen und wichtig sind, genau das sagen werde: Ich bin froh, dass du da bist. Hier und jetzt auf dieser Welt. Und was ist mit Ihnen? Vielleicht mögen Sie es ja auch Ihren Lieblingsmenschen sagen.
>>
Ja, diese Frage hat mich betroffen gemacht;
Kein
Schulkamerad. Kein Lehrerkollege.{Keine Geliebte ( ... von den von mir Geliebten; denUnvergessenen; ja, von K. ; von denen, die sich in mich verliebten ...: -
Alles glücklos! - Un d vonden verlorenen Freunden: }
Von meinen Kindern, na, bitte; dass mir die doch noch eingefallen sind!. Und von meinen Geschwistern, dreie -
K. - -
Das habe gerade für K. - schon 50 geworden - aufgeschrieben: Sie ist gerade in Smaland, vier Stunden hinter Malmö, in einem winterlichen Häuschen:
"Samstag, wohl Abschluss der 'stillen Tage'?
Morgen gibt es auch hier Knallerei, RE-Hillerheide.
Ich erinnere mich, in Marl, mit unserer K. 1973: Waren im obersten Stockwerk einer schönen, neuen Wohnung: Da wurde Silvester geknallert, geballert - auch vom Innenhof her, vom Himmel her: Böller, Raketen, Sonstiges (Knallerbsen konnten wir hier oben nicht hören.)
Ich bin mit unser Kleinen, sie in eine Decke gehüllt: sie war gerade am 9. Sep. geboren; in das Badezimmerchen geflohen: Aber, von oben her, durch die Lüftung, die bis zum flachen Dach führte: Knallerei. Kathrin zuckte mal ein bisserl, bei heftigen Schlagen: Aber dann bin ich in das Flürchen davor gegangen; der 'bomben-lärm-gesichertste' Raum unserer Wohnung: ohne Fensterchen.
Bis nach zwei Uhr gab es Knallerei: das lag an dem Stadtteil, wo wir in Marl wohnten: prekär und laut."
- Ende - für K. geschrieben am 30.12.2023!
Mittwoch, 27. Dezember 2023
P a u l i n a B.
Von einer T ü c h t i g k e i t
< Montage: Keuz-im-Erfurter-Dom//Einnerung an Stefan Zweigs Suzid: Vo der Morgnröte >
"K r i e g s t ü c h t i g k e i t" {eine tüchtige Vokabel!}
>> Ich lobe diesen Pfarrer, der sich selbst nicht verleugnet: Und so stellt er sich vor, zu Weihnachten 2023:
„Seit 2012 habe ich einen Hund. - Und seit Otober 2013 bin ich Hörfunkpfarrer am SWR. Und dort auch offen und ansprechbar für Menschen, die mich brauchen - als Priester, als Seelsorger. Eine wunderbare Aufgabe. Am 1. Dezember 2021 habe ich als Senderbeauftragter die Leitung der Katholischen Rundfunkarbeit übernommen.“
Und spricht 1023, äh: 2023: Weihnachten: ... über "Kriegstüchtigkeit" <wie es einem Kriegsminster anstünde> und endet so:
(…) Um so mehr schmerzt es mich, wenn Bundesverteidigungs-minister Pistorius von „Kriegstüchtigkeit“ spricht und sich das Wort trotz Kritik auch nicht verbieten lassen will. Ich verstehe, was er damit sagen will, und weiß auch, dass er keinen Krieg anzetteln will, der von deutschem Boden ausgeht. Er will die Bundeswehr fit machen, damit sie unser Land und seine Werte schützen und in den Kriegsgebieten unserer Welt ihren Dienst tun kann. Pistorius will die Armee ertüchtigen und Männer und Frauen haben, die tüchtig sind im Kriegsfall.
Das will ich nicht. Und als Christ kann ich das auch nicht wollen, weil es fundamental dem widerspricht, was der an Weihnachten geborene Christus gewollt hat. Er wollte die Menschen für den Frieden ertüchtigen, wollte, dass Kinder, Frauen und Männer diese Eigenschaft üben, die oftmals vernachlässigt und vergessen wird.
Für den Frieden tüchtig zu sein, ist schwieriger als für den Krieg. Wenn die Spirale der Gewalt sich dreht, ist die Hand schnell am Drücker. Friedlich zu bleiben, ist mit das Schwerste, das es überhaupt gibt. Aber fürs Leben gibt es keine Alternative.
* *
Spricht er - und sendet es – ergo: vergebens? Wehrtüchti
Wehrtüchtig]
Grundgesetz
für die Bundesrepublik Deutschland
Art 4 (1)
Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des
religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.(2)
Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.(3)
Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe
gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.
- Ich habe ihm meine Zustimung ausgesprochen; auch in unserem Verkehr mit Verwandten in Lviv/Lemberg.
Benno E l k a n : ein prosaisches "Nachtstück":
< Der Vorsänger >
Elkan,, der Fleißige: Benno E l k a n: über den Tod hinaus ((* 2. Dezember 1877 in Dortmund; † 10. Januar 1960 in London) – er s p r i c h t zu mir...
Benno Elkan: Der Vorsänger (in: B. Elkan: Polnische Nachtstücke. München (1918): Delphin Verlag. - (Titelbild].
Meine kleine Bibliothek # 'Elkan':
Sonntag, 24. Dezember 2023
K o p f - Zeichen (in E s t l a n d: 2001)
- mein Stöchcken, äh: mein Stock immr-zu-Handen:
Oh, du mein S ä l z - Sträßlein: Hoch herab von St. Lamberti & oder von der Erde hin in den Himmel:
Himmelsleiter: von der A l l - Macht einer M e t a p h e r - ein Geschenk aus dem AT.
Mitten in MS. - so markant: Man kann sie am Tage sehen - und erst des Nachts; _Sie brngt tish selsbst zu Leuchten: himmlisch, von der Erde bis einige cm über der Turmspitze: heißt ob des Lichtes, daas uns er-glänzt:
Seite von den ominösen die Korben; man hat sie nicht an-ge-lastet. Das S c h a n d -Mal mit den drei Körben:
Ein Beitrag von einer Seelsorgerin/pardon, von einem Assistenten: in „Musik-äh-Kirche-im-WDR“ - Da ist Stimmung in allen Abteilungen; wenn es um Kunst geht, die zu nichts anderem Nutze als zum Ren; äh: zum Beten: ja, von der Erde bis zum Himmel; alles metaphorisch g'stimmt:
„(...) Und da gibt es gerade eine grandiose Kunstinstallation an der Lambertikirche. Über dem Prinzipalmarkt strahlt nämlich seit September und bis März eine überdimensionale Leiter. Die führt vom Kirchenraum von St. Lamberti über den Turm quasi bis in den Himmel und leuchtet nachts in die Ferne. Die Himmelsleiter von der Wiener Künstlerin Billi Thanner war zuerst am Stephansdom in ihrer Heimat zu sehen, jetzt eben in Münster. Und wie ich da so mit meiner Mutter staunend stehe und die Leiter anschaue, sagt sie: „Mir wurde ja erzählt, dass jede bestellte Messe die Verstorbenen eine Sprosse weiter hochsetzt auf der Himmelsleiter“. Ich musste fast lachen. Denn ich weiß, wie in meiner Heimat am Niederrhein noch heute mitunter fleißig „Messen bestellt“ werden, so sagt man da. Also das ist, wenn der Name des oder der Verstorbenen an einer bestimmten Stelle im Hochgebet genannt wird. Und verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich finde das total schön, dass in einer Messe der Verstorbenen gedacht wird. Das ist eine Art Gebetsgemeinschaft, die über den Tod hinausgeht. Aber: Dass z.B. mein verstorbener Vater durch eine gelesene Messe auf der Himmelsleiter eine Sprosse höher springt, wie die Figur in einem Computerspiel ins nächste „Level“, das ist mir da schon etwas zu einfach gedacht – und auch zu einfach geglaubt. Das ist mir etwas zu nah dran an der Dame aus dem Led Zeppelin-Song mit ihrem Glitzergeld „and she is buying the stairway to heaven“….und überhaupt: wie viele Sprossen soll denn diese Leiter haben? Wie viele Messen müssen bestellt werden? Das wusste meine Mutter auch nicht und wir haben beide geschmunzelt.
Übrigens: Die Himmelsleiter an der Lambertikirche in Münster, die hat 33 Sprossen[i]. Und Billi Thanner verbindet mit jeder Sprosse eine Tugend. Zum Beispiel: Glaube, Liebe, Achtsamkeit oder Dankbarkeit. Diesen Stufenpfad der Tugenden zu begehen, dazu will Billi Thanner mit ihrer Himmelsleiter inspirieren. Höflichkeit gehört auch dazu, oder Mitgefühl. Am meisten gefallen mir Selbstlosigkeit und Hingabe – besonders heute, an Allerheiligen. „ -
Da sind wir angekommen!
Suchen Sie dort selbst aus, was im WDR noch von der – äh: von dieser Himmelsleiter behauptet wird, samt Beterstimmungen, samt Geflüster, samt oralen-scclafmüdem Stammeln:
https://www.sanktlamberti.de/himmelsleiter-perspektiven
>>> Und die letzte Meldung, von Weihnachten 2023:
Samstag, 23. Dezember 2023
Präsent - für m i c h !!
![]() |


Noch US-amerk. UnSsinn, bitte: "Obwohl die konkreten Ursprünge der heute bekannten Pfeffernüsse im Dunkeln liegen, lässt sich auf jeden Fall festhalten, dass im 18. Jahrhundert vorwiegend in Europa populär wurden. Beachten sollte man dabei allerdings, dass der Name etwas irreführend ist, denn das Gebäck besteht zwar aus einem sehr würzigen Teig, enthält in der Regel aber keinen Pfeffer. - Insofern ist hier eine gewisse Verwandtschaft zu den Lebkuchen gegeben. Denn in einigen Regionen sind diese ebenfalls ..."]
Mir wäre ein Tag der Brombeere schon recht: Ich sammle/ernte/setze-sie-auch/trinke/süffele sie gerne:
Hej, wenn ich D I C H noch erreichen könnte: K.W.: in Ffm. - Du war mir ein rechter Segen, nach meinen Abfinden/Abschied vom NiederRhein: Diesen Titel von Günter Bruno Fuchs hab'ich bei Dir gesehen; nd ihn immmmmmmer aufbewahrt: ein tolles Jugend/Erwachsenen-Buch von Middelhauve; später bei Hanser neu erschienen.
Oder: Du Glückskind: Wir baben gerade gesprochen: Ich habe eine Schwägerin, gerade am gleichen Tag, nur zehn Jahre später: oh, Glückliche!*
Ich tröste mich: Konstantin Wecker - " Wenn der Sommer nicht mehr weit ist" - * so zum Win5er-Ausgleich
Und sonst. Ich habe die Post hochgeholt: Abmeldung von der Kfz-Steuer, ein Briefchen vom Hauptzollamt Do: Meinen Wagen habe ich aufgegeben; verkauft für einen >sprich: 1> Euro! Brief liegt im Briefkasten ...
Und da auch Haar meiner Fr. „haarig“ ist, nehme ich Tucholsky beim Wort:
So
trifft denn nur auf eitel Glück hienieden
in dieser Residenz
Christkindleins Flug?
Mein Gott, sie mimen eben Weihnachtsfrieden
...
»Wir spielen alle. Wer es weiß, ist klug.«
[Aus
„Großstadt
- Weihnachten (1913)“]
Ja, ein würdevoll-ironischer AuGenBlick – in dieser Farbe zu spielen-oder-ähnlihch -
Zwei Tage späer höre ich den Gaukler, der sich er-ver-miesst, die Rellgion auszssuspilen- zu seinem Beleiben; eligion als – das will der der homo novus.rentabulus nicht: ds wäre seinem Gehalt nichit enspprechhend.
Er verrgiss, dass – wie iene jüdisches, wiesees Wwot undn gebiet: Jedr, der sirbt – zesrkannnt, im-explodiert_ [auaßr er kan sih wüdevoll i eine zurechtgemmcheet Serbebet zurücklegen!] die das am Ende der Welt bedet: auh für disen ehrenvwwollenn Brombeer-Gott-Plauderer: Krüger, Vornamens UnGeWiss:
Anderswo: „ist eine außergewöhnliche Erscheinung im Szenario der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.“
ASt-Queer. - Ich verabschiede mich: Ichverabschiedemich:Und da auch Haar meiner Fr. „haarig“ ist, nehme ich Tucholsky beim Wort:
„Großstadt - Weihnacht 13".
Donnerstag, 21. Dezember 2023
Vom S ch m e t t e r l i n g e n
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwalbenschwanz_(Schmetterling)
L i t e r a t u r und T h eol o g i e
Folge VIII
Von Schmetterlingen
Der Schönheit und der Seele ein Vor- und A b b i l d
Die Deutung der Besonderheit der Naturerscheinung des Schmetterlings zieht sich durch alle Kulturen und Überlieferungen, durch Mythen und Märchen.
Diesen offenbar gelassen und heiter Segelnden, die sich der Schwerkraft zu entziehen scheinen, werden die schönsten Gedanken als Symbole beigegeben, von den Griechen (bei denen sie „Psyche" gleich Seele genannt wurden) bis zu den heutigen, ökologisch denkenden Naturbegeisterten: für Unverletzlichkeit, für die Schönheit an sich, ja für die Seele des Menschen, für das Göttliche, für die von der Sprache her gesteuerte Transzendenz allgemein.
Im Schmetterling, jedenfalls in seiner Vollgestalt, der sog. imago, können wir eine der Grundlagen jeglichen feiernden Benennens und lyrischen Rühmens sehen: der Natur und/oder Gottes, wegen ihrer natürlichen Schönheit und der schönen Hoffnung oder des fast kreatürlichen Zwanges (vgl. Kellers Gedicht), sie anthropomorph zu deisieren, sie als Signum Gottes, als Boten zu betrachten.
Sind sie doch die schönsten, weil sinnfälligsten Geschöpfe von allen Naturerscheinungen, unter Gottes weitem Himmel. (Die fehlende Sprache als Lautverständigkeit ersetzen sie durch Tanz und Düfte.)
Dichter und Dichterinnen haben in ihrem obligat breiten, unerschöpflichen Natur-Angebot an natürlicher Metaphorik wie Blumen, Tiere, spezielle Vögel und Pflanzen auch überraschend vielfach Schmetterlinge besungen.
Klassische Poeten wie Goethe, Mörike, Keller, Fontane haben häufig den Schmetterling als fortwährend staunenswertes Lebensmoment vermittelt, neben den modernen Naturlyrikern wie Loerke, Lehmann, Schnack, die sich mit dem Problem des schmetterlingshaft Schönen beschäftigt haben: dem Staunenswerten in uns, um uns; und/aber: durch wen vermittelt, in wessen Auftrag?
Haben Sie schon einmal eine Predigt über diese Sonnenlichtgaukler gehört, diese Farben- und Formenkünstler, diese materiell-stofflichen Wunder?
Kennen Sie ein Kirchenlied, das sich der Metamorphose des Schmetterlings von der Raupe bis zur Fluggestalt bedient, um ein gehöriges Staunen und ein natürliches Gebet zum Schöpfer-Göttlichen zu evozieren?
Als Kind ist aber sicherlich schon jeder von uns diesen verführenden Luftblumengebilden freudig nachgelaufen.
Warum sind diese Insekten aber in der christlichen lkoniographie nicht präsent?
Selten einmal sieht oder hört man von einem figurativen Grabmal für ein Kind, das statt des obligaten Engels einen Schmetterling beherbergt.
Warum sind christliche Gebete und Lieder so wenig naturnah, fast unnatürlich, so entstofflicht, so blutlos vergeistigt - so schöpfungsleer, dass man in ihnen schon erst gar keine Natürlichkeiten, keine Schöpfungswunder mehr erwartet, wenn man ihnen nachbetet?
Warum gibt es innerhalb der Kirchen kaum eine echte, ökologische Initiative? Warum ist die christliche Lehre so sinnenleer, ja häufig: so sinnenlos?
Warum wird Schöpfung nur als Handlungsraum für das„Wachsen und Vermehren" nach dem Genesis-Gebot ausgelegt und nicht so sehr für das Verehren und Bewahren?
Das Gleichnis des Unendlichen und des Einen (um es mit den Worten aus Hesses Gedicht auszudrücken) wer könnte an dieser Art kostenlosem Sinnenspiel und Naturerkenntnis vorbeigehen, wenn er auch nur einige Minuten über den Lebensweg und den sinnenreich schönen Flug von Schmetterlingen nachsinnt und noch zu staunen versteht?
Eine Übungsaufgabe für die Spätsommerzeit? In südlichen Ländern können wir noch wesentlich mehr und seltenere Exemplare der Gattung der Lepidoptera schauen. Nutzen Sie den Urlaub und bald schon die Erinnerungszeit daran! Als Erscheinungen des Himmels werden sie uns geschenkt - von der Natur, von Gott - von beiden in einem?
Ausgesucht habe ich neben eigenartig spezifischen Schmetterlingsreflexionen bei Mörike und Keller ein seltsam jenseitig anrührendes Gedicht von Nelly Sachs und einen Hesse-Text, in dem das Wort für diese vierflügeligen Insekten nicht auftaucht, der aber geradezu lyrisch aufblüht, wenn man die Symbolik der beschriebenen „Spiele" auch in der Gestalt des Schmetterlings belebt sieht.
Auch wenn das Stichwort Gott nicht in jedem Text auftaucht, ist es der Schönheit der Schmetterlinge und der sie fassenden Sprache einverwoben.
Eine Lesetipp (nicht nur für die Ferienzeit): Otto Heuschele (Hrsg.): Blumen und Schmetterlinge. Deutsche Gedichte. München 1996: dtv 24062. [Eine Anthologie mit reichem, kulturhistorisch orientierten Nachwort von O. H.]
Text 1
Eduard Mörike: Zitronenfalter im April
Grausame Frühlingssonne,
Du weckst mich vor der Zeit,
Dem nur in Maienwonne
Die zarte Kost gedeiht!
Ist nicht ein liebes Mädchen hier,
Das auf der Rosenlippe mir
Ein Tröpfchen Honig beut,
So muß ich jämmerlich vergehn
Und wird der Mai mich nimmer sehn
In meinem gelben Kleid.
(Aus: E M.: Sämtliche Werke. Hrsg. v. H. Göpfert. München 1964. S. 205)
Zum Text und zum Dichter: Mörikes (1804-1875) Gedicht entstand im Jahre 1846; es zeigt, dass der damals schon 42jährige Dichter in seinem Lebenshöhepunkt sehr genau die Erscheinungen der Natur beobachtete und ihren lebendigen, artspezfischen Sinn zu realisieren sachte. Er lässt nicht nur den Schmetterling sprechen, um einen ökologischen Naturzusammenhang auszudrücken, sondern auch um im psychologischen Bild des „Zu-früh-Gekommenen" seine eigene Funktionsrolle als Poet auszudrücken und seine Rolle als liebender Mann, der keine partnerschaftlich adäquate oder gar geniale Frau und Geliebte fand.
*
Ein Urgedicht aller klassisch und romantischen Signale des Schönen und Göttlichen stammt schon aus Herders mitteleuropäischer Volksliedsammlung „Stimmen der Völker in Liedern“.
Johann Gottfried Herder: Das Lied vom Schmetterlinge
Liebes, leichtes, luftges Ding,
Schmetterling,
das da über Blumen schwebet,
nur von Tau und Blüten lebet,
Blüte selbst, ein fliegend Blatt,
das mit welchem Rosenfinger!
wer bepurpurt hat?
Wars ein Sylphe, der dein Kleid
so bestreut,
dich aus Morgenduft gewebet,
nur auf Tage dich belebet;
Seelchen und ein kleines Herz
pocht da unter meinem Finger,
fühlet Todesschmerz.
Fleuch dahin, o Seelchen, sei
froh und frei,
mir ein Bild, was ich sein werden,
wenn die Raupe dieser Erde
auch wie du ein Zephir ist
und in Duft und Tau und Honig
jede Blüte küßt.
Worterklärung: Sylphe: Luftgeist
(Aus: Herder: Stimmen der Völker in Liedern. .1778/79-Ausgabe: Hrsg. v. Christel Käschel. S. 307)
Text 2
Gottfried Keller: Nachtfalter
Ermattet von des Tages Not und Pein,
Die nur auf Wiedersehen von mir schied,
Saß ich und schrieb bei einer Kerze Schein,
Und schrieb ein wild und gottverleugnend Lied.
Doch draußen lag die kalte Sommernacht,
Mild grüßt mein armes Licht der Mondenstrahl,
Und aller Sterne volle goldne Pracht
Schaut hoch herab auf mich vorn blauen Saal.
Am offnen Fenster blühen dunkle Nelken
Vielleicht die letzte Nacht vor ihrem Welken.
Und wie ich schreib' an meinem Hüllenpsalter,
Die süße Nacht im Zorne von mir weisend,
Da schwebt herein zu mir ein grauer Falter,
Mit blinder Hast der Kerze Docht umkreisend;
Wohl wie sein Schicksal flackerte das Licht,
Dann züngelt' seine Flamme still empor
Und zog wie mit magnetischem Gewicht
Den leichten Vogel in sein Todestor.
Ich schaute lang und in beklommner Ruh,
Mit wunderlich neugierigen Gedanken
Des Falters unheilvollem Treiben zu.
Doch als zu nah der Flamme schon fast sanken
Die Flügel, faßt' ich ihn mit schneller Hand,
Zu seiner Rettung innerlich gezwungen,
Und trug in weg. Hinaus ins dunkle Land
Hat er auf raschem Fittig sich geschwungen
Ich aber hemmte meines Liedes Lauf
Und hob den Anfang bis auf weitres auf.
Aus: Gottfried Kellers Werke. Band VIII. Gedichte. Zürich: Diogenes Verlag (detebe 20528). S. 12.
Gottfried Keller (1819 1890) hat diese kleine ketzerische Ballade 1873 in einem Gedichtband an dritter Stelle eines „Buches der Natur" veröffentlicht. Informieren Sie sich Über Kellers "Höllenpsalter" und zu seinem Hintergrundverständnis des von ihm nachvollzogenen "positiven Atheismus" in folgendem Text von Kellers Zeitgenossen und Freund Ludwig Feuerbach: „Nun ist aber Gott nichts Anderes, als das abgezogene, phantastische, durch die Einbildungskraft verselbständigte Wesen des Menschen und der Natur: der Theismus opfert daher das wirkliche Leben und Wesen der Dinge und Menschen einem bloßen Gedanken- und Phantasiewesen auf.' Der Atheismus dagegen opfert das Gedanken- und Phantasiewesen dem wirklichen Leben und Wesen auf. Der Atheismus ist daher positiv, bejahend; er gibt der Natur und der Menschheit die Bedeutung, die Würde wieder, die ihr der Theismus genommen; er belebt die Natur und Menschheit, welchen der Theismus die besten Kräfte ausgesogen. Gott ist eifersüchtig auf die Natur, auf den Menschen, wie wir früher sahen, er allein will verehrt, geliebt, bedient sein,- er allein will Etwas, alles Andere soll Nichts sein, d. h. der Theismus ist neidisch auf den Menschen und die Welt; er gönnt ihnen nichts Gutes. Neid, Mißgunst, Eifersucht sind zerstörende, verneinende Leidenschaften. Der Atheismus aber ist liberal, freigiebig, freisinnig; er gönnt jedem Wesen seinen Willen und sein Talent; er erfreut sich von Herzen an der Schönheit: die Freude, die Liebe zerstören nicht, sondern beleben, bejahen. "
(L. F. Sämtliche Werke. Bd. 8. Stuttgart 1960. S. 357)
*
Text 3
Hermann Hesse: Bekenntnis
Holder Schein, an deine Spiele
Sieh mich willig hingegeben;
Andre haben Zwecke, Ziele,
Mir genügt es schon, zu leben.
Gleichnis will mir alles scheinen,
Was mir je die Sinne rührte,
Des Unendlichen und Einen,
Das ich stets lebendig spürte.
Solche Bilderschrift zu lesen,
Wird mir stets das Leben lohnen,
Denn das Ewige, das Wesen,
Weiß ich in mir selber wohnen.
(Aus: K H.: Gedichte. Gesammelte Werke. Bd. 1. Frankfurt/M. 1970, Suhrkamp Verlag. S. 63)
Zum Autor:
Hermann Hesse (1877 1962) ist wohl eine singuläre, sensible Erscheinung in der deutschen Literatur. Schon im 1. Weltkrieg trat er als Pazifist hervor und verfasste später symbolische Dichtungen, vom „Steppenwolf" z. B. bis zu naturnahen, heiter-,fromm impressionistischen Gedichten, die besonders Jugendliche in der Zeit ihrer Selbstfindung gerne lesen - und zu erleben versuchen. Der Text entstammt dem Gedichtband „Stufen", der Gedichte bis 1940 versammelte.
Text 4
Nelly Sachs: Schmetterling
Welch schönes Jenseits
ist in deinen Staub gemalt.
Durch den Flammenkern der Erde,
durch ihre steinerne Schale wurdest du gereicht,
Abschiedsgewebe in der Vergänglichkeiten Maß.
Schmetterling
aller Wesen gute Nacht!
Die Gewichte von Leben und Tod
senken sich mit deinen Flügeln
auf die Rose nieder
die mit dem heimwärts reifenden Licht
welkt.
Welch schönes Jenseits
ist in deinen Staub gemalt.
Welch Königszeichen
im Geheimnis der Luft.
(Aus: N. S.: Gedichte. Frankfurt/M. 1977: Suhrkamp Verlag)
Zur Autorin:
Nelly Sachs (/891 1970) gehört zu den deutschsprachigen Poetinnen jüdischen Glaubens, die den Herrschaftswahn der Faschisten überlebten und Gedichte von seltsam-schöner Sinnlichkeit allgemein gültiger Bildlichkeit schrieben. Dieses ihr Zeugnis vom Schmetterling dokumentiert ein Naturverständnis der poetischen Schönheit nach dem Holocaust, die nicht zurückgeführt wird auf Gott, weicher kirchlichen Provenienz auch. Das anfangs erwähnte, mehr ersehnte als erlebte „Jenseits" bleibt als das „Geheimnis" der letzten Zeile ausgedrückt: ein lebendig natürliches, virtuos sinnengläubiges Zeugnis der existenziellen Selbstständigkeit im Bewußtsein der wahrgenommen Schönheit - ein Zugang zum Göttlichen als dem Über-Menschlichen, dem erlebbar und mitteilbar Schönen.
Gertrud von den Brincken: Schmetterlinge
Ich bat , um meine Hoffnungskraft zu stärken,
um eines Zeichens Strahl, von Gott gesandt,
und siehe, ohne mein Vorherbemerken,
flog mir ein Schmetterling auf meine Hand.
Du kleiner Falter, tausend Dank ich sage
dir, Gotteszeichen zart und wunderbar,
und lockte dich die Blume, die ich trage,
dank’ ich auch ihr, daß sie so leuchtend war.
(Aus: G.v.d.B.: Wer nicht das Dunkel kennt. Gedichte. Riga 1911. S. 19)
Gertrud von den Brincken: Nachtfalter
Ein Falter, mit sehnendem Herzen
nach Lichtglanz, umflog meine Kerzen,
bewundernd den leuchtenden Schein.
Befangen in träumender, scheuer
Betrachtung umkreist er das Feuer,
... und flog in die Flammen hinein. -
Ich sah, wie die zitternden Schwingen
zu Asche im Feuer vergingen,
und frug mich: was Gott wohl gedacht,
als ER dieses ruhlose Streben
nach Licht und nach Helle gegeben
gerade den Faltern der Nacht...
(Aus: G. v. d. B.: Wer nicht das Dunkel kennt. Gedichte. Riga 1911. S. 35)
>> Zur Dichterin:
Zur baltischen Dichterin vgl. hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gertrud_von_den_Brincken
*
Wordsworth: To A Butterfly
I've watched you now a full half-hour,
Selfpoised upon that yellow flower;
And, little Butterfly! indeed
I know not if you sleep oder feed.
How motionless! - not frozen seas
More motionless! and then
What joy awaits you, when the breeze
Hath found you out among the trees,
And calls you forth again!
This plot of orchard-ground is ours;
My trees they are, my sisters's flowers;
Here rest your wings when they are weary;
Here lodge as in a sanctuary!
Come often to us, fear no wrong;
Sit near us on the bough!
We'll talk of sunshine and of song,
And summer days, when we were young;
Sweet childish days, that were as long
days are now.
> > A r b e i t s a u f t r a g zu allen Texten
* Erarbeiten Sie die Beschreibungen und die Bedeutungen der Schmetterlinge als Repräsentanten in den unterschiedlichen Beispielen!
Mittwoch, 20. Dezember 2023
K a n z e l - Länderleien
Kanzel-Land [Oh, das ist ja ein Zitierfehlerchen !!!]
Im verhüllten Reichstag ist meine Geliebte unter den Kanzlern
des Waldes.
Daß ich vor Morgen zurückmuß
weiß die merklige Füchsin und lacht. . .
Im Winter ist meine Geliebte ein Baum unter Bäumen
und lädt die glückverlassenen Krähen ein in ihr schönes Geäst...
Im Winter ist meine Geliebte unter den Fischen und stumm.
Hörig den Wassern, die der Strich ihrer Flossen von innen bewegt,
steh ich am Ufer und seh,
bis mich die Schollen vertreiben,
wie sie taucht und sich wendet.
*
Ingeborg BachmanN. Schriftstellerin, Klagenfurt 1926-1973 - Rom
Österreichisch, in: S t e f a n s - D o m, in Wien:
>> ein Foto in Wen g'schlossen: Die Kanzel ist verhüllt, unsichtbar gemacht durch Verglassung; man kann man sie nicht mehr b'treten: für lehramtliche Meinungen/Dognen/Entscheidungen/Publikationen ... für irgendwelchen Synodälitäten; all&überall. >> Aber abbrechen will mann/Männereien sie nicht; sie gehören zur Struktur der Kirchen. >>