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Mittwoch, 11. September 2013

Mein und Unser-aller- D U D E N

Erstes E x e m p e l:

Die „Feierabendsprache“ ist wie der Begriff „Leihimmunität“ eine hübsch aufgemotzte, vage Verbalität.
„Feierabendsprache“.

>Grüzi allmiteinand, hier ist die „Feierabendsprache“!< Zur Geschichte des Dudens seit 1880.


Gelesen in der Rudolstädter Erklärung vom 16. Juni 2013, die der vds-ev. auf den Weg (… zum Bundespräsidenten) brachte:


„Feierabendsprache“? Eigenartiger Ausdruck, hinter dem ich durchaus Unpräzises, Unformuliertes oder gar Verstecktes vermuten kann.

Ecce homo legendus:
http://www.duden.de/suchen/dudenonline/Feierabendsprache

Duden kennt das Wort nicht - und verweist fragend „feierabendlich“.

Was nicht ausgedrückt wird, ist mehr als das Gemeinte.
Sprache mit der mensch den/seinen/ihren Feierabend verbringen will oder kann? Sprache, die den Feierabend ermöglicht? Mit der die gewohnten Fernsehprogramme abdudeln?

Im Lexikon der Uni Leipzig für den deutschen Wortschatz ist zwar Feierabend, aber nicht „Feierabendsprache“ erfasst.

Soll ich mir nun nach Feierabend, zur Nacht, in meinen Träumen oder in der frühen Morgenstunde, die Gold im Munde trägt, ,einen Sprachen-Feierabend oder den Feierabend der Sprache überdenken, sinnieren…?

Nein, die Rudolstädter Erklärung definiert nicht ihre pro- und reklamierte „Feierabendsprache“.
Es gilt die Unterzeile unter allem Unterfangen:

B ü r g e r f ü r d i e E r h a l t u n g d e r s p r a c h l i c h e n u n d k u l t u r e l l e n V i e l f a l t E u r o p a s



Mein und Unser-aller- D U D E N:

Zweites E x e m p e l:

(Wiederholter) Ausruf des "Sprachpanschers 2013" (in: Sprachnachrichten" Nr. 59 (III/2013). S. 18)

Die Plakatierung des "Sprachpanschers"(oder „Sprachpanscherei“) "2013" ist der größte gedankliche Murks, den der vds je angezettelt hat. Der "Duden", jetzt der in diesem Jahr, 2013, zuletzt davor im Jahre 2009, versammelt und bietet eine Rechtschreibung, eine (wenn nötig) Sinngebung und teilweise eine Einordnung (z.B. "veraltet", "pejorativ," der "gängige" Wörter) und prädestiniert nicht die im deutschen Sprachraum jeweils vorherrschende Macht der Wörter. Hier wird kein Srpach-Kanon betrieben. Dafür, für den Gebrauch, für die Verwertung, für die Nutzbarmachung, die Auswahl... - ist jeder "User", pardon: Nutzer des Gesamt-Wortschatzes zuständig.
Professor Krämer hat da einen Murks hingelegt, als er seine Begründung (zuletzt in "Sprachnachrichten" (Nr. 59. S. 18) formulierte. Dass eine entsprechende, sogar kleine Stimmgruppe der Wahl zugrunde lag, verbessert seine Schlagzeilen, seine MedienKlopper nicht.

Die Konsequenz dieser komischen Ab-Wahl des Dudens?

Alle Deutschsprachigen, das gesamte Sprachvolk der Deutschen, das sehr heterogen ist vom Schwyzerdütsch bis zur Nordkante des Niederdeutschen, von Hochstilisten wie einem Schriftsteller Martin Walser bis zu Ernst Haffner, dem gerade wieder entdeckten SchriftSteller der 30er Jahre (mit dem Romandokument „Blutsbrüder“) werden zu Sprachpanschern erklärt; ein Unsinn, der keine Methode hat, keinerlei Einsichten vermittelt, unsinnig für eine lebende Sprache ist, die vielfältig, frei, variantenreich ist und sich weiterentwickeln wird - eben: von den Usern, ob von Sprachfreunden oder Duden-Verächtern. Alle brauchen ein stimmig erarbeitetes Wörterbuch als Basis, als Corrigendum, als Korrektiv.
Nicht nur Permant-Denglischer, nicht nur Professoren wie Anatol Stefanowitsch sind sprachdumme Imponierhäuptlinge dreister Provenienz, auch SprachNachrichter, die die Beherrschung verloren haben. - "Kritik erwünscht", könnte die Sprache selbst ausrufen; denn "alle Sprachgewalt geht vom Volke aus"?
Ja, bitte, confer meine Erarbeitung, in der ich nachweise, dass dieser zentrale Spruch über Sprachgewalt und ihre Herkunft keine Volksweisheit ist, sondern von Jean Paul stammt:


AStRey., Recklinghausen

Oh, ja: ein Gegensatz zur Weltsprache Englisch soll schon das Schwammwort Feierabendsprache sein. Vielleicht können es die vereinten Feierabendler ausdrücken.
Mensch müsste sie fragen:

Mein und U.-a.-D U D E N:


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