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Samstag, 26. Oktober 2013

S i n t e r k l a a s


S i n t e r k l a a s oder [deutsch]: St. Nikolaus mit dem "Schwarzen Mann" oder "Hannes Muff"


Sinterklaas“ und der „zwarte Piet“ seien praktizierter Rassismus? Aus meiner Kindheitserfahrung ist das reiner Blödsinn!


Als Kind niederländischer Eltern wurde ich in Deutschland in der Nachkriegszeit geboren und erzogen. Ja, ich war auch Niederländer (erst mit 25 Jahren bekam ich eine deutsche Einbürgerungsurkunde [gegen Geld]; es war mir egal, ich wollte Europäer sein. Und deutscher Lehrer werden.)
In der Kindheit, bis ich den Glauben an St. Nikolaus oder ans Christkind nach „Verrat“ unter Klassenkameraden ablegte, „erfuhr“ ich in der Vereinigung „Nederlandia“, an der mein Vater festhielt, den Sinterklaas-Tag, mit heftigem Auftritt der „schwarzen Männer“. Sie steckten einen mir bekannten Schuljungen in ihren Kartoffelsack, nachdem sie seine „Übeltaten“ laut vortrugen, verdroschen ihn und schleppten ihn ab (bis zu einer Hintertür der Gastwirtschaft und ließen ihn dort entkommen; der Vater wartete dort schon. - Wir wussten von nichts...).
Wir Kinder bibberten derweil. Meine Eltern haben aber nie meine Geschwister oder mich zu solchen „pädagogischen“ Brutalmaßnahmen „verraten“, (dies Wissen behielte sie für sich; es war ihre Pädadgogik der Hinterhand). Aber wirksam war es für etwa fünfzig Kinder einer Kleinstadt am Niederrhein. Und für nichtniederländische Kinder vollzog sich ähnliche Drohpädagogik; überall, wo ein St. Nikolaus mit dem "goldenen Buch" eingeladen wurde in die Familie. - Bis der Brauch bei uns und in den uns bekannten Familien einschlief…

Für uns hatte das in Deutschland stärker ausgeprägte „Christkind“ längst die Funktion des „Sinterklaas“ übernommen; und es war immer ein Festtag (auch mit geringen Geschenken; siehe Nachkriegszeit, also nach 1945! Wo ich als siebtes Kind einer Landarbeiterfamilie „durchkommen“ musste)

Und heute?
Für meine (d.h. unsere) Kinder war Sinterklaas nie ein Mittel, um pädagogischen Furor auszuüben.…

Beschäftigt hat mich das „Nikolaus/Klaus-Thema immer wieder.

Am Niederrhein gab und gibt es den Heiligen Antonius in jeder Kirche; er ist der Almosenverteiler für die armen; also muss auch eingesammelt werden. Den St. Nikolaus recht selten.

Keine literarisch wichtige, vielmehr eine triviale, kulturell auffällige Geschichte von einem "unglücklichen Schokoladen-Nikolaus", dem verblassten Heiligen Mann.




Sinterklaas, korrekt auf "Holland.com", der "offiziellen Seite der Niederlande" (auf Deutsch).

St. Nicholas "Lipensky" (Russian icon from Lipnya Church of St. Nicholas in Novgorod)


"Sinterklaas" und "Zwaarte Piet" für Jann-änn-Allemann-Geschmack, jedenfalls in NL: Man spielt mit dem "Entsetzen", mit den Gebräuchen des Himmels - oder der Hölle; was man sich nicht einmal meehr klar macht. Es ist eine Volksbelustigung, keine Volksbelehrung..

Zur sachgerechten Diskussion über den "St. Nikolaus" (deutsch) oder den "Sinterklaas" (niederländisch) vgl. Wikipedias Artikel.

Viel Neues bot mir auch der Wikipedia-Artikel "Knecht Ruprecht".

Jahrtausende alte Brauchtümer, insbesondere bei der Vermittlung von "gut" und "bös" und der Personifikation des "Heiligen" und des "Böen" (oder "bösen Buben"), bieten sich noch heute in Rumpfeinheiten und verlorenen Spielen oder undeutlichen Gesten.

P.S.:

Pu!? Das seien nur alte, verloren gegangene Zusammenhänge von Ideal und Verkehrung. Schauen Sie sich mal an, wie eine Versicherung neue Formen der körperlichen und emotionalen Sicherheit aufzubauen beliebt:„das Schutzengelgefühl“. Hie geht es um Geld, um materielle Vorteile, die mit geglaubten Vorteilen erkauft werden.

Früher bekam man/kind die Gut-Böse-Packung in der allfälligen Sozialisation als wert-geleitete Einheit von Religion/Kirche/Familie/Nachbarschaft/Schule. Dafür zahlen musste man "natürlich".
Heute wird eine neue Versorgung der persönlichen Ich-Kultur aufgeboten, mit irren Auf- und Ableitungen.


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