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Donnerstag, 29. November 2012

Ja, Beethoven lebt!



Gert E. O. Sattler, Recklinghausen:

Beethoven lebt

Der Chefarzt stellt ein Beispiel vor
von kompliziertem Schwangersein.
Er lädt Studenten, Fakt und Fakt,
zu einer Stellungnahme ein:

„Der Vater hat die Syphilis,
die Mutter eine Tbc.
Zwei Kinder starben, kaum geborn,

an Körperschwäche, Ach und Weh.

Nun ist ein drittes unterwegs;
doch ist der Embryo immun?
Na, meine Herrn, was meinen Sie:
Was kann, was soll, was darf man tun?“

Den Eingriff halten alle schnell
Für eine gute Therapie.
Der Herr Professor sagt: „Pardon!
Sie töten grade ein Genie!“

*
Textabdruck aus dem Manuskript des Verfassers (2012). Eine Buchveröffentlichung steht noch aus.
 *
Anmerkung.: 
In der Schlußzeile: Das Verb „morden“ möchte ich ersetzen durch „töten“; da hier keine begriffliche Voraussetzung der Mord-Definition vorliegt.
Das nur "Studierende" ge- und benannt sind - ein argumentativer, gar ein poetiver Nachteil der Fiktion?

*
Ein Gedicht? Eine Morallehre? Eine Deliberativum? Ein Putativ? Ein gesellschaftliches Malum?

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