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Donnerstag, 9. Februar 2012

Un- A u s s p r e c h l i c h e s!



Hier
wird das Adjektivsuffix -lich von -ig getrennt aufgeführt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Suffix

Warum die Endung -ig bei duden-online in einer Aufzählung fehlt, weiß ich nicht.

Viele uns (oder mir...) nicht mehr geläufige -ig und -lich- Adjektivendungen finden sich, wie Bellis aufzeigte, noch im Grimmschen DWB:

Kundig - kundlich ... ist ja (s. zuvor) noch belegbar,

aber die Adjektive "findig" und "findlich" (= "findbar") lassen sich (mir; also für mein Sprachgefühl) heute nicht mehr unterscheiden; sie sind pleonastisch geworden und "untergegangen".

http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&hitlist=&patternlist=&lemid=GF04353

"Totzig" und "trotzlich" lassen sich mit Hilfe des Wörterbuchs noch unterscheiden, aber nicht von der Funktion des Affixes -lich her, sondern vom semantischen Wert des Wortstamms.

http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GT13012

Ich glaube, da kann man noch mit Vielem (mit vielen untergegangen Wörtern) fündig werden; aber nicht "fündlich"! - Pah, das dachte ich; aber zu finden war "findlich" (= findbar] auffindbar:

http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GF04353
*
"Aussprechlich" ... wer verfolgt mal die Bedeutung und den Gebrauchswert und die Häufigkeit des Adjektivs?

Es stand nicht in Konkurrenz zu "sprechig" oder "aussprechig" -

Grimm fügen nur ältere Belege an (bis Luther).
http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GA09056

Vgl. "sprechlich":
http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GS36792

Dass allein "unaussprechlich" (als Un-Bildung zu "aussprechlich" übrig blieb für unsere von Duden erfasste Zeiten, ist kaum erklärlich (von der Schwierigkeit der Aussprache her; also vom Aussprechlichen her).

... in vielerlei Bedeutung erstaunlich präsent über das Unausspechliche, -ausprechbare: "unaussprechlich":

http://www.duden.de/suchen/dudenonline/unaussprechlich

Aber Aussprache ist dem überlegen; und ganz ohne Adjektivbildung.


"Sprachlich" ist da firm und wichtig und vielflach verfügbar.

Vgl. "aussprechlich" in: Osmans "Kleines Lexikon untergeganger Wörter. 2007. S. 40)

Schlussendlich - nein - ohne schlüssige Pointe, nur abschließlich*]:
"schlüssig, adj. der einen beschlusz gefaszt hat, entschlossen. zu schlusz 5, vgl. das., seit dem 16. jahrh. gebräuchlich."
S. DWB.

*] "abschlieszlich, zu ende gelangend, zumal als adverb im gebrauch: gewisse einwilligungen und bestätigungen seines geschäfts abschlieszlich zu negociieren. Göthe 22, 82; die lücken des historischen theils der farbenlehre abschlieszlich auszufüllen."

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