Nach Feierabend – ergo am Abend: ein ästhetischer Donnerschlag: Ja, dieses Gefühf kenne ich; vielleicht erst seit einem Jahr, als er sich den 80-sten (plus "hundert Tage") auf-schlug):
Heinrich Böll „Ansichten eines Clowns“:
*Selbstmord*: "In solchen Augenblicken möchte ich am liebsten Selbstmord begehen“ -
Warum 'Selbstmord'; ein alter Begiff, aber von Böll gesetzt; auch wenn wir heute 'Suizid' einzusetzen wünschen:
Ja, dieses wohlig, pardon:nicht nicht nur 'wohlige' Gefühl: des Glanzpunkt für alle Augenblicke, konzentriert. Man überschaut sein Leben, sein Lebensende: … mensch kann sich seine gefühlten Tod vor-stellen; akut, sondergleichen, ohne moralischen Hemmuuuuunngen ..: Das Leben und das Lebensende: die Auflösung im Materiellen, im Physischen:
Die künstlerischen Menschen fangen immer genau dann von Kunst an, wenn der Künstler gerade das Gefühl hat, so etwas wie Feierabend zu haben. Sie treffen meistens den Nerv ganz genau, in diesen zwei, drei, bis zu fünf Minuten, wo der Künstler die Kunst vergißt, fängt ein künstlerischer Mensch von van Gogh, Kafka, Chaplin oder Beckett an. In solchen Augenblicken möchte ich am liebsten Selbstmord begehen - wenn ich anfange, nur an die Sache zu denken, die ich mit Marie tue, oder an Bier, fallende Blätter im Herbst, an Mensch-ärgere-dich-nicht oder an etwas Kitschiges, vielleicht Sentimentales, fängt irgendein Fredebeul oder Sommerwild von Kunst an. Genau in dem Augenblick, wo ich das ungeheuer erregende Gefühl habe, ganz normal zu sein, auf eine so spießige Weise normal wie Karl Emonds, fangen Fredebeul oder Sommerwild von Claudel oder Ionesco an. Ein bißchen davon hat auch Marie, früher weniger, in der letzten Zeit mehr. Ich merkte es, als ich ihr erzählte, daß ich anfangen würde, Lieder zur Guitarre zu singen. Es traf, wie sie sagte, ihren ästhetischen Instinkt. Der Feierabend des Nichtkünstlers ist die Arbeitszeit eines Clowns. Alle wissen, was Feierabend ist, vom hochbezahlten Manager bis zum einfachsten Arbeiter, ob diese Burschen Bie - (...).
[(1963). K A. Bd. 13. Köln 2004.: Kap. 10. S. 96f.)
Bisher habe ich noch immer weiter-ge-leb(*i)ebt! - trotz vieler (unfähifer) Helden.
Böll verwendet den Begriff, also das „Wort zu einem Bild vom Begriff {den wir uns selber begreiflich mach*n müssen}: „Selbstmord“ neumal in „Ansichten eines Clowns“: Hej: waarum so offffft – da will ich weiter-lesen:
Hej – meine Metasphern:
„(...)
Schon
stand im Nebelkleid
die Eiche
Ein
aufgetürmter Riese, da, (….)
<So goethesch!> Und Kafka zeigt, äh. „zeiht“:
uns nur noch das Nebelk{äh: l}eid,
ohne Kontext, ohne 'tertium comparationis':
>> »Ein Glaube wie ein Fallbeil, so schwer, so leicht.« Franz Kafka, Beim Bau der Chinesischen Mauer. Betrachtungen über Sünde, Leid, Hoffnung und den wahren Weg.
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