Donnerstag, 31. Oktober 2024

A u f - R u h r


Auf-Ruhr:

 https://media.herder.de/produkte/280/aufruhr-warum-wir-eine-neue-urkirche-brauchen-978-3-451-39799-8-85276.jpg

Annette von Droste-Hülhoff:  D e r   Tod   des Erzbischofs  Engelbert von Köln

    I.

Der Anger dampft, es kocht die Ruhr,

Im scharfen Ost die Halme pfeifen,

Da trabt es sachte durch die Flur,

Da taucht es auf wie Nebelstreifen,

Da nieder rauscht es in den Fluß,

Und stemmend gen der Wellen Guß

Es fliegt der Bug, die Hufe greifen.

 

Ein Schnauben noch, ein Satz, und frei

Das Roß schwingt seine nassen Flanken,

Und wieder eins, und wieder zwei,

Bis fünfundzwanzig stehn wie Schranken:

Voran, voran durch Heid und Wald,

Und wo sich wüst das Dickicht ballt,

Da brechen knisternd sie die Ranken.

 

Am Eichenstamm, im Überwind,

Um einen Ast den Arm geschlungen,

Der Isenburger steht und sinnt

Und naget an Erinnerungen.

Ob er vernimmt, was durchs Gezweig

Ihm Rinkerad, der Ritter bleich,

Raunt leise wie mit Vögelzungen?

 

»Graf,« flüstert es, »Graf haltet dicht,

Mich dünkt, als woll' es Euch betören;

Bei Christi Blute, laßt uns nicht

Heim wie gepeitschte Hunde kehren

Wer hat gefesselt Eure Hand,

Den freien Stegreif Euch verrannt?« -

Der Isenburg scheint nicht zu hören.

 

»Graf,« flüstert es, »wer war der Mann,

Dem zu dem Kreuz die Rose paßte?

Wer machte Euren Schwäher dann

In seinem eignen Land zum Gaste?

Und, Graf, wer höhnte Euer Recht,

Wer stempelt' Euch zum Pfaffenknecht?« -

Der Isenburg biegt an dem Aste.

 

»Und wer, wer hat Euch zuerkannt,

Im härnen Sünderhemd zu stehen,

Die Schandekerz' in Eurer Hand,

Und alte Vetteln anzuflehen

Um Kyrie und Litanei!?« -

Da krachend bricht der Ast entzwei

Und wirbelt in des Sturmes Wehen.

 

Spricht Isenburg: »Mein guter Fant,

Und meinst du denn ich sei begraben?

O laß mich nur in meiner Hand -

Doch ruhig, still, ich höre traben!«

Sie stehen lauschend, vorgebeugt:

Durch das Gezweig der Helmbusch steigt

Und flattert drüber gleich dem Raben.

 

    II.

 

Wie dämmerschaurig ist der Wald

An neblichten Novembertagen,

Wie wunderlich die Wildnis hallt

Von Astgestöhn und Windesklagen!

»Horch, Knabe, war das Waffenklang?« -

»Nein, gnäd'ger Herr! ein Vogelsang.

Von Sturmesflügeln hergetragen.« -

 

Fort trabt der mächtige Prälat,

Der kühne Erzbischof von Köllen,

Er, den der Kaiser sich zum Rat

Und Reichsverweser mochte stellen,

Die ehrne Hand der Klerisei, -

Zwei Edelknaben, Reis'ger zwei,

Und noch drei Äbte als Gesellen.

 

Gelassen trabt er fort, im Traum

Von eines Wunderdomes Schöne,

Auf seines Rosses Hals den Zaum,

Er streicht ihm sanft die dichte Mähne,

Die Windesodem senkt und schwellt;

Es schaudert, wenn ein Tropfen fällt

Von Ast und Laub, des Nebels Träne.

 

Schon schwindelnd steigt das Kirchenschiff,

Schon bilden sich die krausen Zacken -

Da, horch, ein Pfiff und hui, ein Griff,

Ein Helmbusch hier, ein Arm im Nacken!

Wie Schwarzwildrudel bricht's heran,

Die Äbte fliehn wie Spreu, und dann

Mit Reisigen sich Reis'ge packen.

 

Ha, schnöder Strauß! zwei gegen zehn!

Doch hat der Fürst sich losgerungen,

Er peitscht sein Tier und mit Gestöhn

Hat's übern Hohlweg sich geschwungen;

Die Gerte pfeift - »Weh, Rinkerad!« -

Vom Rosse gleitet der Prälat

Und ist ins Dickicht dann gedrungen.

 

»Hussa, hussa, erschlagt den Hund,

Den stolzen Hund!« und eine Meute

Fährt's in den Wald, es schließt ein Rund,

Dann vor- und rückwärts und zur Seite;

Die Zweige krachen - ha, es naht -

Am Buchenstamm steht der Prälat

Wie ein gestellter Eber heute.

 

Er blickt verzweifelnd auf sein Schwert,

Er löst die kurze breite Klinge,

Dann prüfend untern Mantel fährt

Die Linke nach dem Panzerringe;

Und nun wohlan, er ist bereit,

Ja männlich focht der Priester heut,

Sein Streich war eine Flammenschwinge.

 

Das schwirrt und klingelt durch den Wald,

Die Blätter stäuben von den Eichen,

Und über Arm und Schädel bald

Blutrote Rinnen tröpfeln, schleichen;

Entwaffnet der Prälat noch ringt,

Der starke Mann, da zischend dringt

Ein falscher Dolch ihm in die Weichen.

 

Ruft Isenburg: »Es ist genug,

Es ist zuviel!« und greift die Zügel:

Noch sah er, wie ein Knecht ihn schlug

Und riß den Wicht am Haar vom Bügel.

»Es ist zuviel, hinweg, geschwind!«

Fort sind sie, und ein Wirbelwind

Fegt ihnen nach wie Eulenflügel. - -

 

Des Sturmes Odem ist verrauscht,

Die Tropfen glänzen an dem Laube,

Und über Blutes Lachen lauscht

Aus hohem Loch des Spechtes Haube;

Was knistert nieder von der Höh'

Und schleppt sich wie ein krankes Reh?

Ach armer Knabe, wunde Taube!

 

»Mein gnädiger, mein lieber Herr,

So mußten dich die Mörder packen?

Mein frommer, o mein Heiliger!«

Das Tüchlein zerrt er sich vom Nacken,

Er druckt es auf die Wunde dort,

Und hier und drüben, immerfort,

Ach, Wund' an Wund' und blut'ge Zacken!

 

»Ho, holla ho!« - dann beugt er sich

Und späht, ob noch der Odem rege;

War's nicht als wenn ein Seufzer schlich,

Als wenn ein Finger sich bewege? -

»Ho, holla ho!« - »Hallo, hoho!«

Schallt's wiederum, des war er froh:

»Sind unsre Reuter allewege!«

 

    III.

 

Zu Köln am Rheine kniet ein Weib

Am Rabensteine unterm Rade,

Und überm Rade liegt ein Leib,

An dem sich weiden Kräh' und Made;

Zerbrochen ist sein Wappenschild,

Mit Trümmern seine Burg gefüllt,

Die Seele steht bei Gottes Gnade.

 

Den Leib des Fürsten hüllt der Rauch

Von Ampeln und von Weihrauchschwelen -

Um seinen qualmt der Moderhauch

Und Hagel peitscht der Rippen Höhlen;

Im Dome steigt ein Trauerchor,

Und ein Tedeum stieg empor

Bei seiner Qual aus tausend Kehlen.

 

Und wenn das Rad der Bürger sieht,

Dann läßt er rasch sein Rößlein traben,

Doch eine bleiche Frau die kniet,

Und scheucht mit ihrem Tuch die Raben:

Um sie mied er die Schlinge nicht,

Er war ihr Held, er war ihr Licht -

Und ach! der Vater ihrer Knaben!

  *  *

        

AufRuhr:

Autor -

Thomas Laufmöller, geb. 1964, war seit 1999 in Münster als Schulseelsorger an der Friedensschule sowie als Pfarrer und Pastor in der Pfarrei St. Liudger eingesetzt. 2021 wurde er Pastor in Münster, St. Nikolaus und blieb als Schulseelsorger an der Friedensschule. 2023 wurde er auf eigenen Wunsch von seinem priesterlichen Dienst entbunden.

Thomas Laufmöller, Ralf Isermann

Präsenz-Veranstaltung: Buchvorstellung "Aufruhr!"

48143 Münster - >- - Äh: W o b i t t e?

Mi, 27.11.2024, 20:15 Uhr


Bitte, vertgsseen seienicht die füstliche Balade von Anneste von Droste-Hülshoff: Aufrur


*

Die Kulaken, ukrain. Heißen die „Fäuste“.


 



Der Tod des Erzbischofs Engelbert von Köln
    I.

Der Anger dampft, es kocht die Ruhr,
Im scharfen Ost die Halme pfeifen,
Da trabt es sachte durch die Flur,
Da taucht es auf wie Nebelstreifen,
Da nieder rauscht es in den Fluß,
Und stemmend gen der Wellen Guß
Es fliegt der Bug, die Hufe greifen.
 
Ein Schnauben noch, ein Satz, und frei
Das Roß schwingt seine nassen Flanken,
Und wieder eins, und wieder zwei,
Bis fünfundzwanzig stehn wie Schranken:
Voran, voran durch Heid und Wald,
Und wo sich wüst das Dickicht ballt,
Da brechen knisternd sie die Ranken.
 
Am Eichenstamm, im Überwind,
Um einen Ast den Arm geschlungen,
Der Isenburger steht und sinnt
Und naget an Erinnerungen.
Ob er vernimmt, was durchs Gezweig
Ihm Rinkerad, der Ritter bleich,
Raunt leise wie mit Vögelzungen?
 
»Graf,« flüstert es, »Graf haltet dicht,
Mich dünkt, als woll' es Euch betören;
Bei Christi Blute, laßt uns nicht
Heim wie gepeitschte Hunde kehren
Wer hat gefesselt Eure Hand,
Den freien Stegreif Euch verrannt?« -
Der Isenburg scheint nicht zu hören.
 
»Graf,« flüstert es, »wer war der Mann,
Dem zu dem Kreuz die Rose paßte?
Wer machte Euren Schwäher dann
In seinem eignen Land zum Gaste?
Und, Graf, wer höhnte Euer Recht,
Wer stempelt' Euch zum Pfaffenknecht?« -
Der Isenburg biegt an dem Aste.
 
»Und wer, wer hat Euch zuerkannt,
Im härnen Sünderhemd zu stehen,
Die Schandekerz' in Eurer Hand,
Und alte Vetteln anzuflehen
Um Kyrie und Litanei!?« -
Da krachend bricht der Ast entzwei
Und wirbelt in des Sturmes Wehen.
 
Spricht Isenburg: »Mein guter Fant,
Und meinst du denn ich sei begraben?
O laß mich nur in meiner Hand -
Doch ruhig, still, ich höre traben!«
Sie stehen lauschend, vorgebeugt:
Durch das Gezweig der Helmbusch steigt
Und flattert drüber gleich dem Raben.
 
    II.
 
Wie dämmerschaurig ist der Wald
An neblichten Novembertagen,
Wie wunderlich die Wildnis hallt
Von Astgestöhn und Windesklagen!
»Horch, Knabe, war das Waffenklang?« -
»Nein, gnäd'ger Herr! ein Vogelsang.
Von Sturmesflügeln hergetragen.« -
 
Fort trabt der mächtige Prälat,
Der kühne Erzbischof von Köllen,
Er, den der Kaiser sich zum Rat
Und Reichsverweser mochte stellen,
Die ehrne Hand der Klerisei, -
Zwei Edelknaben, Reis'ger zwei,
Und noch drei Äbte als Gesellen.
 
Gelassen trabt er fort, im Traum
Von eines Wunderdomes Schöne,
Auf seines Rosses Hals den Zaum,
Er streicht ihm sanft die dichte Mähne,
Die Windesodem senkt und schwellt;
Es schaudert, wenn ein Tropfen fällt
Von Ast und Laub, des Nebels Träne.
 
Schon schwindelnd steigt das Kirchenschiff,
Schon bilden sich die krausen Zacken -
Da, horch, ein Pfiff und hui, ein Griff,
Ein Helmbusch hier, ein Arm im Nacken!
Wie Schwarzwildrudel bricht's heran,
Die Äbte fliehn wie Spreu, und dann
Mit Reisigen sich Reis'ge packen.
 
Ha, schnöder Strauß! zwei gegen zehn!
Doch hat der Fürst sich losgerungen,
Er peitscht sein Tier und mit Gestöhn
Hat's übern Hohlweg sich geschwungen;
Die Gerte pfeift - »Weh, Rinkerad!« -
Vom Rosse gleitet der Prälat
Und ist ins Dickicht dann gedrungen.
 
»Hussa, hussa, erschlagt den Hund,
Den stolzen Hund!« und eine Meute
Fährt's in den Wald, es schließt ein Rund,
Dann vor- und rückwärts und zur Seite;
Die Zweige krachen - ha, es naht -
Am Buchenstamm steht der Prälat
Wie ein gestellter Eber heute.
 
Er blickt verzweifelnd auf sein Schwert,
Er löst die kurze breite Klinge,
Dann prüfend untern Mantel fährt
Die Linke nach dem Panzerringe;
Und nun wohlan, er ist bereit,
Ja männlich focht der Priester heut,
Sein Streich war eine Flammenschwinge.
 
Das schwirrt und klingelt durch den Wald,
Die Blätter stäuben von den Eichen,
Und über Arm und Schädel bald
Blutrote Rinnen tröpfeln, schleichen;
Entwaffnet der Prälat noch ringt,
Der starke Mann, da zischend dringt
Ein falscher Dolch ihm in die Weichen.
 
Ruft Isenburg: »Es ist genug,
Es ist zuviel!« und greift die Zügel:
Noch sah er, wie ein Knecht ihn schlug
Und riß den Wicht am Haar vom Bügel.
»Es ist zuviel, hinweg, geschwind!«
Fort sind sie, und ein Wirbelwind
Fegt ihnen nach wie Eulenflügel. - -
 
Des Sturmes Odem ist verrauscht,
Die Tropfen glänzen an dem Laube,
Und über Blutes Lachen lauscht
Aus hohem Loch des Spechtes Haube;
Was knistert nieder von der Höh'
Und schleppt sich wie ein krankes Reh?
Ach armer Knabe, wunde Taube!
 
»Mein gnädiger, mein lieber Herr,
So mußten dich die Mörder packen?
Mein frommer, o mein Heiliger!«
Das Tüchlein zerrt er sich vom Nacken,
Er druckt es auf die Wunde dort,
Und hier und drüben, immerfort,
Ach, Wund' an Wund' und blut'ge Zacken!
 
»Ho, holla ho!« - dann beugt er sich
Und späht, ob noch der Odem rege;
War's nicht als wenn ein Seufzer schlich,
Als wenn ein Finger sich bewege? -
»Ho, holla ho!« - »Hallo, hoho!«
Schallt's wiederum, des war er froh:
»Sind unsre Reuter allewege!«
 
    III.
 
Zu Köln am Rheine kniet ein Weib
Am Rabensteine unterm Rade,
Und überm Rade liegt ein Leib,
An dem sich weiden Kräh' und Made;
Zerbrochen ist sein Wappenschild,
Mit Trümmern seine Burg gefüllt,
Die Seele steht bei Gottes Gnade.
 
Den Leib des Fürsten hüllt der Rauch
Von Ampeln und von Weihrauchschwelen -
Um seinen qualmt der Moderhauch
Und Hagel peitscht der Rippen Höhlen;
Im Dome steigt ein Trauerchor,
Und ein Tedeum stieg empor
Bei seiner Qual aus tausend Kehlen.
 
Und wenn das Rad der Bürger sieht,
Dann läßt er rasch sein Rößlein traben,
Doch eine bleiche Frau die kniet,
Und scheucht mit ihrem Tuch die Raben:
Um sie mied er die Schlinge nicht,
Er war ihr Held, er war ihr Licht -
Und ach! der Vater ihrer Knaben!
 


  


 B ö l l - S a t i r e n: 

http://www.heinrich-boell.de/forum/post.php?cat=1&fid=1&pid=4&page=1&v=0


Kurt Bartsch: Russisch Brot

Nach Heinrich Böll

Als er den Zug im katholischen Bonn verließ, wäre er gern in die kleine Kirche gegangen, in der er früher gebeichtet hatte; er wollte für S., jenen russischen Dissi­denten, den (er mochte sich nur mit Abscheu daran erinnern) das MAGAZIN als »Solches-nützt-ihm« zu diffamieren sich nicht entblödet hatte, beten, verspürte jedoch wenig Neigung, in die Gesichter all der scheinhei­ligen Katholiken zu blicken, die, Minister und Ministerialräte, Mitglieder des Wehr- und Presseausschusses, ihn mit immer größer werdender Gereiztheit erfüllten. Er mußte an Dr. Raddicki, den Literaturpapst denken, der ihn während einer Gerichtsverhandlung, in deren Verlauf ein Mann von der ZEITUNG ihn, B., obwohl es verboten war, fotografiert hatte - die Unterschrift unter dem Foto lautete: Gruppenbild mit Noböllpreisträger - seiner »altväterlichen Umstandsprosa« wegen aufs Korn genommen hatte, worauf der Generalstaatsanwalt Kugl-Bichler, ein Neffe des ehemaligen SA-Bauernschaftsführers und jetzigen Bundestagsabgeordneten Bichler-Labiche - dessen Vorfahren Hugenotten waren, ein Umstand, den seine frühere SA-Mitgliedschaft in einem noch trüberen Licht erscheinen ließ - sich nicht verkneifen konnte, in ein Gelächter auszubreiten, das sich später (B. vernahm es durch die dünne Wand der justizeigenen Toilette) zu einem Lachkrampf auszuwei­ten drohte; ging also nicht in die kleine Kirche, sondern bog., einer seinem melancholischen Naturell entsprechen­den Eingebung folgend, in eine dunkle Seitenstraße, wo er jener Borniertheit, wie man sie außer in der als Landeshauptstadt bezeichneten Kloake nur noch in Klostergemeinschaften kennt, zu entrinnen trachtete; dort, im fahlen Schein einer Laterne, traf er auf jenen Hund, den Pinscher zu nennen er (seit er selber in gleichlautender Weise verhöhnt worden war) sich nicht getraute, jedoch beherzt in die Tasche griff, um dem Vierbeiner sein letztes Stück Russisch Brot - das vor­letzte hatte er mit K., einem anderen russischen Dissidenten, geteilt - zu verabreichen. Er böllte freudig.

*

(Kurt Bartsch: die Hölderlinie. Deuschdeusche Parodien. Berlin 1983. S 75f-


[b]Parodien auf oder gegen B ö l l:[/b]

Text 2 einer kleinen Sammlung


Kurt Bartsch, 1980 von Wost nach Wert - pardon: von Ost nach West in Deutschlands Nachkriegszeiten verzogen, ein fuchsmäuliger Parodiker, versuchte sich zu Lebzeiten Bölls an seiner Publizität..:

Eine bissig-beißend, geistverzagte Parodontie - pardon: Parodie - die nicht mehr Themen, Stil und Intentionen des literarischen Vorbildes wiederzugeben und ironisieren suchte, sondern Stichwörter, verbale Fetzen, mentale Bruchstücke, politische oder pseudoideelle Schlagwörter, die sich auch um den bundesrepublikanischen Fels Böll rankten, ja zunehmend wucherten, aufzukochen suchte...

*

Nach mehr als zwanzig Jahren können wir ablesen, worin Bölls Bedeutung und Bartschs sekundäre Mache bestand:

[b]kämpferische Humanität gegen streitende Stillosigkeit[/b]

[b]Kurt B a r t s c h:

Russisch Brot[/b]

[i]Nach Heinrich Böll[/i]

Als er den Zug im katholischen Bonn verließ, wäre er gern in die kleine Kirche gegangen, in der er früher gebeichtet hatte; er wollte für S., jenen russischen Dissidenten, den (er mochte sich nur mit Abscheu daran erinnern) das MAGAZIN als »Solches-nützt-ihm« zu diffamieren sich nicht entblödet hatte, beten, verspürte jedoch wenig Neigung, in die Gesichter all der scheinheiligen Katholiken zu blicken, die, Minister und Ministerialräte, Mitglieder des Wehr- und Presseausschusses, ihn mit immer größer werdender Gereiztheit erfüllten.

Er mußte an Dr. Raddicki, den Literaturpapst denken, der ihn während einer Gerichtsverhandlung, in deren Verlauf ein Mann von der ZEITUNG ihn, B., obwohl es verboten war, fotografiert hatte - die Unterschrift unter dem Foto lautete: Gruppenbild mit Noböllpreisträger - seiner »altväterlichen Umstandsprosa« wegen aufs Korn genommen hatte, worauf der Generalstaatsanwalt Kugl-Bichler, ein Neffe des ehemaligen SA-Bauernschaftsführers und jetzigen Bundestagsabgeordneten Bichler-Labiche - dessen Vorfahren Hugenotten waren, ein Umstand, den seine frühere SA-Mitgliedschaft in einem noch trüberen Licht erscheinen ließ - sich nicht verkneifen konnte, in ein Gelächter auszubreiten, das sich später (B. vernahm es durch die dünne Wand der justizeigenen Toilette) zu einem Lachkrampf auszuweiten drohte; ging also nicht in die kleine Kirche, sondern bog, einer seinem melancholischen Naturell entsprechenden Eingebung folgend, in eine dunkle Seitenstraße, wo er jener Borniertheit, wie man sie außer in der als Landeshauptstadt bezeichneten Kloake nur noch in Klostergemeinschaften kennt, zu entrinnen trachtete; dort, im fahlen Schein einer Laterne, traf er auf jenen Hund, den Pinscher zu nennen er (seit er selber in gleichlautender Weise verhöhnt worden war) sich nicht getraute, jedoch beherzt in die Tasche griff, um dem Vierbeiner sein letztes Stück Russisch Brot - das vorletzte hatte er mit K., einem anderen russischen Dissidenten, geteilt - zu verabreichen. Er böllte freudig.

*

(Kurt Bartsch: die Hölderlinie. Deutschdeutsche Parodien. Berlin 1983. Rotbuch Verlag. S 75f.)

*

Hier erfahren wir in Andeutungen von Ereignissen, Anwürfen, wichtigen literaturpolitischen Auseinandersetzungen als [b]Querelen[/b], als komische Umstände, als Klamauk.


Geistesgeschichtliche Parodien sollten, ach, könnten mehr leisten: offenbaren, was Aufklärung und Lichterhelle und Diskussionsstoff vermag: Vertreibung der Ignoranten, der Dunkelmänner, der bestialisierenden Politiker und ihrer Machenschaften und Mitmacher.

**

Text 3: -  „Die Hochzeitsreise“

Eine Parodie auf Bölls Roman „Ansichten eines Clowns“ schreibe Karl Hoche, ein vormaligen Vielschreiber in litteris saturae.

„Die Ankunft vollzog sich nach der dem Reisen innewohnenden Automatik, Waggontür auf, Waggonstufen 'runter…“ – usw.

Die Parodie auf Heinrich Bölls Roman »Ansichten eines Clowns« (1963) ist ein Beispiel aus der damals illustren Serie »Kann man heute noch Romane schreiben? Zehn bekannte Autoren schufen den Roman 'Hans und Grete'«.

*

Hoche gestattet keinen unbezahlten Abdruck seines Textes; deshalb verweise ich auf die URL. für diesen Lese-Ort dieser geistentfesselten Quelle:

Karl Hoche, Schreibmaschinentypen und andere Parodien, München 1972.

http://www.phil.uni-erlangen.de/~p2gerlw/parodie/hoche1.html

*

Zu: Karl Hoche (*1936): „Die Hochzeitsreise. Nach Heinrich Böll („Ansichten eines Clowns«; aus „Schreibmaschinentypen und andere Parodien“)

Heinrich Bölls erfolgreicher und viel diskutierter Roman „Ansichten eines Clowns“ erschien 1963. Aus der Perspektive des Außenseiters und ehemaligen Clowns Hans Schnier wird die Geschichte einer gescheiterten Liebesbeziehung und der persönlichen Folgen erzählt. Nachdem Schnier sechs Jahre in nicht legalisierter Ehe mit Marie gelebt hat, trennt sie sich von ihm, weil er sich weigert, die zu erwar­tenden Kinder katholisch erziehen zu lassen, und heiratet einen einflußreichen Katholiken. Eigentlicher Inhalt des Romans ist die larmoyante Kritik des zum Selbstmitleid neigenden negativen Helden an der Vereinnahmung individueller Freiheit durch institutionelle Macht.


An diesem Roman unterscheiden sich multipel-bekennerwütige Parodisten von humorvoll-ironischen Realisten, die den ideellen und erzählerischen Kern der „Ansichten eines Clowns“ auch in den Jahren nach 2000 als ein aktuelles Spiegelbild der grotesken, römisch-katholischer Machtarroganz und Liebes-Unfähigkeit erkennen.

Die Parodie-Sammler Winfred Freund und Walburg Freund-Spork wirren sich durch die Vorlage von literarischer Statisterie als verfehlter Parodiekunst mit folgender Beschreibung:


„Der Parodist präsentiert das Paar im Rahmen eines ironisch substitu­ierten Happy-Ends auf der Hochzeitsreise. Die Legalisierung der Beziehung führt den Helden jedoch groteskerweise zur Impotenz, weil er den Geschlechtsverkehr nur aus Trotz gegen die kirchlichen Bestimmungen vollziehen konnte. Seine »anti-ekklesiastische« Potenz erwacht erst wieder, als seine Frau ihn im Zuge eines abson­derlichen Liebesspiels an autoritäre Anmaßungen der katholischen Kirche wie die berüchtigte »Pillen-Enzyklika« erinnert. Die Parodie führt den Romanhelden als pennälerhaft trotzigen Kleinbürger vor, der im Grunde ohne Identität bis zur Selbstaufgabe in das institutionelle Kraftfeld der Kirche verstrickt ist. Beine schnoddrige Sprache mit ihren scheinbar weltmännisch raffenden Gesten und nonchalan­ten Unscharfen strotzt von Klischees und prüden Umschreibungen geschlechtlicher Aktivitäten. Hinter der vorgetäuschten, kritisch freizügigen Haltung regt sich überall der in Platitüden verhedderte, obrigkeitshörige Spießer, in dem der Katechismus selbst noch in intimsten Situationen über die eigene Persönlichkeit triumphiert. Im Spiegel der Parodie verrät Bölls wiederholtes Räsonnement gegen die Kirche einen gravierenden Mangel an Selbstbewußtsein, das aber im Grunde gerade reklamiert werden soll. Der Parodist macht die Oberfläche des Erzählens durchsichtig für latente Obsessionen und dekuvriert die literarische Argumentation als bloßes Tarnungsmanöver.“

[i](Winfred Freund und Walburg Freund-Spork, in: Deutsche Prosa-Parodien aus zwei Jahrhunderten. Stuttgart 1988. Reclams UB 8483. S. 228)[/i]

Mittwoch, 30. Oktober 2024

"A n s i c h t e n e i n e s C o w n s"

 . . . mein neu  zu lesendes  L e s e - T a g e b u c h 

    <<<  Heinrich  B ö l l: 'Ansichen eines Cowns' (1963)






                                         (Foto von 1963). Die geziemende Haltung der Hände ist nicht bestimmt von                                                                        der Gebärde der Händefaltungmit, sondern von der Zigarette.

Hier drucke ich eine kurze, wenig plausible, aber dumbackigen Eindruck eines kirchlichen Angestellten, der sich den angezeigten Roman "vor die Brust" nahm und hememungslos vom 'kirchlichen Leder' zog ..:

Eine komisches Rezension zu Heinrich  B ö l l:  "Ansichen eines Clows":

Winfried Henze: Freiwild für Literaten? (in: Katholische Kirchenzeitung für das Bistum Hildesheim vom 2.6.1963)


Böll ergreift eine Kaffee-Tasse, Servic 'Weinlaub'


Der Mann fühlte sich ja realiter beleidigt, so überzeugend muss das „Katholon“ ihn gepackt und gereizt haben. Gerne mit dem Juden vergleichbar; da weiss er schon Bescheid, im Jahre 1963!


 

Winfried Henze:Freiwild für Literaten?

Herinch Böll, Deutschlands Kassenschlager-Autor Nummer eins, hat ein neues Buch geschrieben. Auf 3o3 Seiten kann man den Zorn dieses (eigentich nicht gerade mehr) jungen Mannes zur Kenntnis nehmen.

Um es gleich zu sagen: Er hat es mit den Katholiken. Sie sind an allem schuld. Und der Anfang des ganzen Elends war der Katholikentag in Han-nover.Da haben es diese Subjekte nämlich fertiggebracht, ein Konkubinat zu beenden.[…]

Man sollte es kaum für möglich halten, wie viele Ressentiments sich an dieser, dürftigen Geschichte aufhangen lassen. Soziale zum Beispiel: Seiten-lang, mit quälender Langeweile, wird der Geiz der reichen Schnier-Eltern beschrieben [..] Was den Erzähler argert, ist die Tatsache, daß Katholiken sich an gewisse Gebote gebunden fühlen, daß sie abstrakte Ordnungsprinzipien vertreten. Er will keine geordneten Verhaltnisse; er findet es menschlicher, wenn man sich in allem gehen laßt. Daß Liebe ohne den Halt der Moral pervertiert, ist Böll noch nicht aufgegangen. Daß Gebote, auch harte, geradezu der Ausdruck wahrer Menschenliebe sein können, geht über seine Phantasie. Das Christuswort „Mein Joch ist süß“ hat er nicht begriffen. „Liebe“ ist fur ihn das Gegenteil von Zucht und Maß. Er verdirbt die edelsten Begriffe, zum Beispiel, wenn er von der „Barmherzigkeit käuflicher Liebe” redet. Eine Atmosphare sexueller Uberreizung erfüllt das ganze Buch. […] Man mache nur einmal einen Test: in dem Böll-Buch fur das Wort „Katholik“ ...

- Fortsetzung folgt...




"F r i e d e n" - laut R e m a r q u e s Roman von 1931

 

.                                                                                             .. ein alter Saal, mit schier unermesslichen Friedens-                                                                                                                Problemen:



L e s e - V o r r a t ... mein neu zu lesendes  L e s e - T a g e b u c h  

       >>>  Erich Maria R e m a r q u e: 'Der Weg zurück'


Darin: ein neuer Glaube? [Nicht von den Kirchen ..!] In Erich Maria Remarques Roman 'Der Weg zurück,' kurz nach dem Ersten Weltkrieg geschrieben, gibt es eine Passage, die diese Überzeugung auf unvergessliche Art verdeutlicht: Ernst, ein erprobter Veteran aus den Schützengräben sagt hier:

Es wird Morgen. Ich gehe in meine Klasse. Die Kleinen sitzen mit gefalteten Händen da. In ihren großen Augen ist noch das ganze scheue Erstaunen der Kinderjahre. Sie sehen mich so vertrauensvoll und gläubig an, daß ich es plötzlich wie einen Schlag aufs Herz spüre.

Hier stehe ich vor euch, einer der hunderttausend Bankrotteure, denen der Krieg jeden Glauben und fast alle Kraft zerschlug.- Hier stehe ich vor euch und empfinde, wieviel lebendiger und daseinsverbundener ihr seid als ich - hier stehe ich vor euch und soll euch nun Lehrer und Führer sein. Was soll ich euch denn lehren? Soll ich euch sagen, daß ihr in zwanzig Jahren ausgetrocknet und verkrüppelt seid, verkümmert in euren freiesten Trieben und unbarmherzig zu Dutzendware gepreßt? Soll ich euch erzählen, daß alle Bildung, alle Kultur und alle Wissenschaft nichts ist als grauenhafter Hohn, solange sich die Menschen noch mit Gas, Eisen, Pulver und Feuer im Namen Gottes und der Menschheit bekriegen? Was soll ich euch denn lehren, ihr kleinen Geschöpfe - ihr, die ihr allein rein geblieben seid in diesen furchtbaren Jahren?…

Da stehe ich vor euch, ein Befleckter, ein Schuldiger, und müßte euch bitten: bleibt wie ihr seid und laßt das warme Licht der Kindheit nicht zur Stichflamme des Hasses mißbrauchen! Um eure Stirnen ist noch der Hauch der Unschuld - wie kann ich euch da lehren wollen! Hinter mir jagen noch die blutigen Schatten der Vergangenheit - wie kann ich mich da zwischen euch wagen? Muß ich nicht selbst erst wieder ein Mensch werden? Ich fühle, wie ein Krampf sich in mir ausbreitet, als würde ich zu Stein und müßte bröckelnd zerfallen. Langsam lasse ich mich in den Stuhl sinken und begreife, daß ich nicht mehr hier bleiben kann. Ich versuche, etwas zu erfassen, aber ich kann es nicht. Erst nach einiger Zeit, die mir endlos erscheint, löst sich die Starre. Ich stehe auf. "Kinder", sage ich mit Mühe, "ihr könnt gehen. Heute ist schulfrei."

Die Kleinen sehen mich an, ob ich auch keinen Scherz mache. Ich nicke noch einmal. "Ja, es ist wahr - geht spielen heute - den ganzen Tag - geht spielen in den Wald - oder mit euern Hunden und Katzen - ihr braucht erst morgen wiederzukommen.-"  - (Aus: Erich Maria Remarque: Der Weg zurück. (1931). 2. Aufl., Köln 1999, S. 230 ff.)


Dienstag, 29. Oktober 2024

L e s e - V o r r a t

 

... mein neu  zu lesendes L e s e - T a g e b u c h  [... anteExitus

Exitus] Exitus in tabula:Tod auf dem Tisch“ – Der Tod auf dem Operationstisch während einer medizinischen Operation ist gemein: Variante zu 'mors in tabula'.


* Klaus  M a n n: 'Der Wendepunkt' (1942)

* Heinrich  B ö l l: 'Ansichen eines Cowns' (1963)

* Heinrich von  K l e i s t: 'Michael Kohlhaas' 

                                          * Stefan  Z w e i g:  'Buchmendel'

                                           * Arthur Schnitzler: 'Der grüne Kakadu'

                                           * Erich Maria Remarque: 'Der Weg zurück'

                                           * Bernt Tore von zur Mühlen: 'Napoleons Justizmord am deutschen                                                          Buchhändler J. Ph. Palm'    

                                            ** und, bitte, ein Sachkbuch: 

                                               Josef Perau: Priester im Heere Hitlers. (Erstauflage by Ludgerus-                                                         Verlag. Hubert Wingen KG. Essen. 1962.


* * * * * 

Mann, Klaus: 

Gelesen haben wir dieses Lebensprodukt von Klaus Mann auf einem Urlaub in unserem Urlaubsbett (Klappbett!)  in einem Wageroogeer Haus; Schön war das Vorlesen; die Anmerkungen nachschlagen, die Traumphasen in der Nacht:


Mein Farbenspiel -


Montag, 28. Oktober 2024

Im L i p p e n r a u s c h -


Gelesen: „Streuobst-Padägogen“ bildet ein Narur-Rechts-Verein aus - (RZ)


Gestern noch erfahren: Eva tauft den Frauen-Fußball so ein: „Wider die Natur“_



 

A  c   h  -  ich/ich/über-Ich/Meta-Ich -

-  i m    L i p p e n  R a u s ch: 

i s (s)t   das schön/noch shcxöner/am shcänsten: Ich*/**!***  gehe morgen/übermoren/(dann-noch-mal zum Standeamt

- uns, äh: um: lund ass mein Geschlecht (oder/aber: auch meine Identität u-m-schreiben: als 

queeeeeeer  #9

- ersatzweise als 

diiiiivers  '21,5.



Sonntag, 27. Oktober 2024

Verbale T o r h e i t e n

 

Vergnügliche  L e k t ü r e über Wwwwort-Heiten: 


 V e r b a <l>e    T o [R] h e i T e n:


* Resilienz

~~ Chillllen

** Heiligkeit

*** A u f e r s t e h u n g s a m t

**** Narratv (das N.): ja, mann weis nco, das meine zwei „rr" schreiben muss: Klingt gut: Woher kommt dieser schmutzlappige Wortgebauch her. Äh: natürlich vom Lateinisch. Clardoch: narrare ... - irgendwir er-zählen: 

Bedeutungsgeschichte: In Lesart 1 an strukturalistische und post-strukturalistische wissenschaftstheoretische Überlegungen der 70er Jahre, etwa von Jean-François Lyotard (1924–1998) und Roland Barthes (1915–1980), anschließend (...)

**** Kuturbeflissen

Sie wird für gebildete Leser geschrieben, auch für die kulturbeflissene Elite. [Süddeutsche Zeitung, 27.08.1994]
Auf den Spuren Goethes durch die vermutlich 24 bayerischen Orte sollen bald kulturbeflissene Touristen reisen. [Süddeutsche Zeitung, 17.01.2002]
Politiker, die als kulturbeflissen gelten wollen, drängen sich vor den Kameras in Salzburg. [Bild, 19.07.2004]
Das kulturbeflissene Zwangsstreichquartett fehlte auch weiterhin bei der Arbeit dieser rührigen Gesellschaft. [Die Zeit, 10.09.1965, Nr. 37]

>>> Claudia Roth ist so eine 'kulturbeflissene' Erscheinung. Trallala! - Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778: "Trallala!"

*****  Ergebnisoffen: Äh: die Christen, äh, die Katholikenschaft ist „ergebnisoffen“Jesus Christus war 'ergebnisoffen': Basta!

Resultat: Der Schutz des ungeborenen Lebens und eine straffreie Abtreibung nach ergebnisoffener Beratung, kann das zusammengehen? ? Katholische Arbeiterzeitung, 01.10.1995; wer oder was da war: Katholische Arbeiterzeitung ..., wann,weiß mann nicht.. Aber ich dusch „ergebnisoffen“. - Bahfui, d werede ichnas.* - https://www.herder.de/stz/hefte/archiv/137-2012/5-2012/einen-neuen-aufbruch-wagen-ergebnisoffen

ErRenis. Dogmistismus (à la Papst Johannes Paul II lwif für 'eegbnisoffen' erklärt; damit für Jahrzehnte betoniert. ameN. so soll/mag es sein..

A u f e r s t e h u n g s a m t: 

Dada fehlt, äh: fällt mir ein:  Ob Bewusstein. Ob Unbewussein: Misstraue jedem Ort, wo kein Unkkkkkkkkkraut wächst  {- das du aufrupfen willst}

Allerseelen. - H e j : Cohen hat sein HinScheiden besungen, seinen Kaddisch gesprochen – Ich singe mit:

Du willst es dunkler, wir löschen die Flamme. Gelobt, gepriesen, sei dein heiliger Name. Verunglimpft, gekreuzigt in der menschlichen Gestalt. Millionen Kerzen brennen für die Hilfe, die niemals kam.

Du willst es dunkler
H i n ei ni,  h i n ei n i 

- Ich bin bereit, mein Gott.“




Samstag, 26. Oktober 2024

Gefangen i m E i s - ein Segel - Schiff

 

> Detail >

Ein "ungewollt"-gelandetes Segelschiff im nördlichen Eismeer: 

im „Eismeer“ (C.D. Friedrich: 1823/24) gefangen: Sinnbild aller technischer Gewaltaten/Vergefalltigungen der Menschen, in ihrer (entseztlich männlichen) Hybris. Das helfen keine Papst-Enzykliken als Gegenstück - das beißt der Segelstange, 'Rahe' genannt, keinen, äh: Faden oder Segeltuch, ab.

>> Caspar David Friedrich: "Das Eismeer"; in: Hamburger Kunsthalle  (1823/24): 

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Eismeer



Was .. zu Friedrich D ü r r e n m a t t

 

- ein Detail-chen von F.. D. persönlich...

... ein kleiner, allgemein-schöner Beitrag (... von allen Leutz!) -... irgendwie sehon zu Weihanchten gedaaaaaaaaaacht:


https://www.seniorentreff.de/seniorentreff/de/diskussion/archiv4/a420.html



Der Beitrag von Friedrich Dürrematt: bitte sehr: 

Weihnachten 1942


Es war Weihnacht. Ich ging über die weite Ebene. Der Schnee war wie Glas. Es war kalt. Die Luft war tot. Keine Bewegung, kein Ton. Der Horizont war rund. Der Himmel schwarz. Die Sterne gestorben. Der Mond gestern zu Grabe getragen. Die Sonne nicht aufgegangen. Ich schrie. Ich hörte mich nicht. Ich schrie wieder. Ich sah einen Körper auf dem Schnee liegen. Es war das Christkind. Die Glieder weiß und starr. Der Heiligenschein eine gelbe gefrorene Scheibe. Ich nahm das Kind in die Hände. Ich bewegte seine Arme auf und ab. Ich öffnete seine Lider. Es hatte keine Augen. Ich hatte Hunger. Ich aß den Heiligenschein. Er schmeckte wie altes Brot. Ich biß ihm den Kopf ab. Alter Marzipan. Ich ging weiter. *]

                     *] Aus: Dürrenmatt, Stoffe I–III, S. 311.

>> Eine schöne Seite, die den Text eingeordnet:   

https://denkbrocken.com/2018/12/24/weihnachten-und-eine-prise-weltschmerz


 Auch hier geht es kompetent weiter zu F.D.:

https://www.kath.ch/newsd/leib-christi-warum-die-eucharistie-fuer-duerrenmatt-etwas-kannibalistisches-hat

                                Noch noch herbstlich - mein Balkon:  - in den                        Er-Innerungen habe ich auch noch schneeige Weihnachten, wo wir uns einen Weg bahnen mussten, um zur Straße zu kommen, Vater, mein Schwager und ich (drei Stunden fröhlicher Arbeit; ja, wir gingen dan ur Messens Zeit <als die sie zu Ende war>).



Freitag, 25. Oktober 2024

                                                                         


Albrecht Dürer: Eva <Details>

Ach - passsssssst das zu dem Stichworot "Penisverängerung" -Fragezeichen ...??

Yeah: Ihc wiewll  jemanden zitiern,eien Mister der Wortiistik, des modisch-aktuellen Klamauks in Kömodien: Oliver Kalkofe:

Ja, ich segne ihn, ihn hegen ihn , ich kulturiere ihn >gganz vo weiteem>: Ich mag ihn, ich lse ihn; ich tauche ein in seinen Kabarettvorstellungen und Filme:


... ich las einen Satz von ihm über 'Penisver(l)ängerung/en', am Beispiel eines vom Manne darstellten, sozuagen glänzend besetzten Porsche-Helden; ganz im Satz: "... Weshalb er die Size seiner motorisiertenn Gentilaverängerung [äh: -verlängerung] vollheult." - Ja, der verbale Gestalter vielervieler Sätze, Kolumnen, Wortgefechte ... bespricht seine gelegentliche VoooorLiebe  zu einem Liedchen: "Auch im Porsche fallen Tränen"; nachlesen in der neuen TV-Spielfilm..

 

 

;  



 

Donnerstag, 24. Oktober 2024

 RE leichteet, äh, so, garantiert: leuchtet - ... wieder  (immmmmmer:)  t r ü b: Picasso Friedens-Ente, äh: -Taube  über dem Neo-romanisch-gotischen Prachtbau des Rathauses. (Nicht alles ist ein f a k e,  aber hier stimmt es.)


RE (2023)

Heidi von P l a t o: D a s O h r, d a s h ö r t.

 N e u  e s  vom  " A m   E r k e r "  # 87 W   i   r 



Ich, ja: ich <eingeschränlt> kann nur eine Erzählung, eine dokumenatrische Story empfehlend:

eine Geschichte von einer Frau, die in der Telefonseelsorge arbeitet und glaubhaft erzählen kann:

                                 D a s  O h r, d a s  h ö r t.

Wenn jemand spricht, wird es hell" sagt Sigmund Freud – sos chreibt seien Seite:

https://www.bridge-imp.com/blog-inside-interim/artikel/wenn-jemand-spricht-wird-es-hell.html


Was die Autorin in ihre Erzählung aufnimmtl, in ihren Dialog mit einer Anruferinn: „Reden Sie! 'Wenn jemand spricht, wird es hell', sage ich, ohne zu wissen, woher ich den Satz kenne.“- Im „Am Erker“, S. 39)

# Ja,, das stammt von Sigmund. Freud:

Freud: Das Kind benimmt sich hiebei wie der Erwachsene, indem es seine Libido in Angst verwandelt, sowie es sie nicht zur Befriedigung zu bringen vermag, und der Erwachsene wird sich dafür, wenn er durch unbefriedigte Libido neurotisch geworden ist, in seiner Angst wie ein Kind benehmen, sich zu fürchten beginnen, sowie er allein, das heißt ohne eine Person ist, deren Liebe er sicher zu sein glaubt, und diese seine Angst durch die kindischesten Maßregeln beschwichtigen wollenDie Aufklärung über die Herkunft der kindlichen Angst verdanke ich einem dreijährigen Knaben, den ich einmal aus einem dunklen Zimmer bitten hörte: »Tante, sprich mit mir; ich fürchte mich, weil es so dunkel ist.« Die Tante rief ihn an: »Was hast du denn davon? Du siehst mich ja nicht.« »Das macht nichts«, antwortete das Kind, »wenn jemand spricht, wird es hell.« – Er fürchtete sich also nicht vor der Dunkelheit, sondern weil er eine geliebte Person vermißte, und konnte versprechen, sich zu beruhigen, sobald er einen Beweis von deren Anwesenheit empfangen hatte. – Daß die neurotische Angst aus der Libido entsteht, ein Umwandlungsprodukt derselben darstellt, sich also etwa so zu ihr verhält wie der Essig zum Wein, ist eines der bedeutsamsten Resultate der psychoanalytischen Forschung. Eine weitere Diskussion dieses Problems siehe in meinen Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse (1916-17), woselbst wohl auch nicht die endgültige Aufklärung erreicht worden ist.

Aus: Sigmund Freud: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905): [5.  Die Objektfindung): https://www.projekt-gutenberg.org/freud/3abhandl/chap022.html#:~:text=%C2%AB%20%C2%BBDas%20macht%20nichts%C2%AB%2C,von%20deren%20Anwesenheit%20empfangen%20hatte.

>>>

Die Titelei im Heft (S. 131ff.) ist eine einzige Anordnung (ja, auch von Namen der Autor*innen) ... von Verlagsangaben, die keine*r/in/d/ihr/uns/wir/sie - kennen kann; n'türlich die Publizenten)

 Nur den zu von Plato angegebnen Verlag (Anthea, Berlin: 2013) erscheint mir emfehlenswert; dort erschwien das Ms. von Heidi von Plato "Das verschwundene Manuskript", ein Georg-Büchner-Roman: 


Und auch gibt es noch zu berichten: https://de.wikipedia.org/wiki/Heidi_von_Plato 



Dienstag, 22. Oktober 2024



 Als mich ein Wolf ansprang -





Ich ahnte nicts Böses. Ich wr n eiren Heimtstadt irendewo im Nigendwo. Ich fuhr mit emeinem Gold: RE....xxx, an einem Kinovor.


Besuch an einer Volksschule, später G r u n d - Schule, (die ich bis 1958 besuchte)

 Äh - bitte: Dieses schöne Bild ist von der Liebfrauenhule G o c h  selbst ins Netz gestellt worden; Ich h bitte um Entschuldigung:https://www.foev-liebfrauen.de 

Kinder, also: Mädchen auf dem Hof der Liebrauenschule in Goch, am einem April-Werktag: des Jahres 2024 -

.. an ihen Selzen sollt ihr sie erkenne; ja, es war Stelzen von einer Art, die ich noch nciht kannte: mit Stufen aus Holz, angeschraubt an den Stelzen-Stangen; schön angeordnet, dass man sich nicht verletzen kann  Sie kann man sich eproben:

Aus dem Schulprograma, bitte sehr; angenehme Lesezeit: 

Für den JG 1 wurden Übungen zur phonologischen Bewusstheit, Übungen zum phonologischen Rekodieren und Dekodieren und Übungen zur automatischen Worterkennung vereinbart. Diese werden über das Vorlesen und das selbständige Lesen gefördert. Im JG 2 wurde vereinbart, das Tandemlesen einzuführen und das Vorlesetheater als weitere evidenzbasierte Methode zu nutzen. Zusätzlich wird im Vielleseverfahren selbstgewählte Literatur der Kinder ab diesem JG regelmäßig gelesen und die Kinder zum Teil auch bei der Auswahl der Literatur beraten. Durch dieses Verfahren wird das vertiefte, selbständige Lesen gefördert und die Neugier auf Literatur geweckt. Im JG 3 wird zusätzlich zu den bereits bekannten Methoden das chorische Lesen, der Lesewürfel, Lesekonferenzen und Blitzlesen eingeführt. Im JG 4 wird zusätzlich dazu digitales Lesen (Nutzen von Lesespuren, Erstellen eigener Lesespuren) zur weiteren Förderung der Lesegenauigkeit vereinbart. 


Hej - ald ist shco Abend der schuljahars, schon bald der lusttge Herbst: 

                                    'Bunt sin dshcon die Wälder...' - etc....) [Absingen, bitze, äh: bitte schön!]


 Und dann, wie uns der Herbst leuchtete; in meinem auswärtigen Zimmerchen: 



Sonntag, 20. Oktober 2024



 "Heja - süss Kinneken" [Wiegenlied] 

https://youtu.be/GRFlDao23gI


https://youtu.be/GRFlDao23gI


Oder in der Kinderbespaßung:



Eine K i r c h e - passabel für Deutschland - für unsere D e m o k r a t i e -

  Hier fehlt ein Bild von der Paulskirche in Frankfurt/M.: oops!

Von Simsalabimbam - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=70138449


J a,  es gibt in Deuschland eine Kirche, die hoch zu feiern ist; die ihren Namen zu Recht trägt - kirchlich und politisch: nur e i n  Versammlungsort; exemplarisch:
Entwicklung der  Pauls-Kirche in Frankfurt/M.: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Paulskirche_%28Frankfurt_am_Main%29

''. Goethe: „Ein Bibliotheksgebäude wird .. beabsichtigt, da die ansehnliche Büchersammlung der neuzuerbauenden Barfüßer-Kirche1) hat weichen müssen WA 491 ,9,10 Anz:KuARheinMain ~ WA 341 ,105,5 KuARheinMain Frankf [vgl  Die neuerbaute Lutherische Hauptkirche WA 341 ,245,5 ReiseSchweiz 1797]

!) Die alte Barfüßerkirche, seit 1529 protestant Hauptkirche Frankfurts, wurde 1787 niedergelegt, an ih-rer Stelle wurde 1789 mit dem Bau einer neuen Kirche, der späteren Paulskirche, begonnen, deren Rohbau 1792 abgeschlossen war.

Hej: 2024. für die Preieverleihung an Anne Applebaum, eine US-Polnische Autorin:

In Kirche im WSR wurde es so übertragn von der  Preisverleihung an  Navid Kerman

 Meine Damen und Herren, ich möchte Sie um etwas Ungewöhnliches bitten (...). Ich möchte Sie bitten, zum Schluss meiner Rede nicht zu applaudieren, sondern für Pater Paolo und die zweihundert entführten Christen von Qaryatein zu beten, (…). Und wenn Sie nicht religiös sind, dann seien Sie doch mit Ihren Wünschen bei den Entführten und auch bei Pater Jacques, der mit sich hadert, weil nur er befreit worden ist. Was sind denn Gebete anderes als Wünsche, die an Gott gerichtet sind? Ich glaube an Wünsche und dass sie mit oder ohne Gott in unserer Welt wirken. Ohne Wünsche hätte die Menschheit keinen der Steine auf den anderen gelegt, die sie in Kriegen so leichtfertig zertrümmert. Und so bitte ich Sie, (…) beten Sie für die Christen von Qaryatein, beten Sie oder wünschen Sie sich die Befreiung aller Geiseln und die Freiheit Syriens und des Iraks. Gern können Sie sich dafür auch erheben, damit wir den (...) Terroristen ein Bild unserer Brüderlichkeit entgegenhalten.

Dann entsteht eine Stille, die durch Mark und Bein geht. Ich war nicht dabei in der Frankfurter Paulskirche. Aber das hat sich sogar übers Fernsehen auf mich übertragen. Wie plötzlich die dort anwesende Versammlung den Atem anhält. Es wird dafür wahrscheinlich recht unterschiedliche Gründe gegeben haben. Die einen sind irritiert und wissen nicht, was sie davon halten sollen. Andere fühlen sich vereinnahmt, können sich aber nicht wehren. Wieder andere staunen über den Mut, dass Kermani sich das traut, so öffentlich zu machen.

Vgl. den Beitrag: von Thomas Steiger. Tübingen: https://www.kirche-im-swr.de/beitraege/?id=20832


Aber - der scbönste Besuch - jemals - war von Astrid Lindgren, ja: jemals: